Drei Frauen

Was ist Diversity Kompetenz?

Vielleicht sind Sie schon einmal mit dem Begriff der Diversity Kompetenz gekommen und fragen sich, was genau hinter ihm steckt. Was müssen Sie sich hinter der Diversity Kompetenz vorstellen?

Neben der Frage, was die Diversity Kompetenz überhaupt ist, kommt zudem die Frage nach ihrer Wichtigkeit auf. Wieso spielt die Diversity Kompetenz eine so große Rolle im Alltag und wieso sollten Sie sich ständig mit ihr beschäftigen und sich um sie bemühen?

Das ist Diversity Kompetenz

Bei der Diversity Kompetenz handelt es sich um eine sehr wichtige Schlüsselkompetenz, die eigentlich jeder Mensch haben sollte, jedoch noch lange nicht jeder besitzt und schon gar nicht im Alltag umsetzt. Viele Menschen beschreiben sich selbst als offen und flexibel im Umgang mit Unterschieden, doch leider sieht die Wahrheit oft anders aus.

Umso wichtiger ist es, dass sich jeder Mensch bewusst die Frage stellt, wie offen und wie flexibel er nun tatsächlich ist. Um sich selbst eine Antwort auf diese Frage zu geben, ist es wichtig, dass Sie wissen, was Sie sich überhaupt unter der Diversity Kompetenz vorstellen müssen.

Ganz kurz und knapp gesagt, versteht man unter der Diversity Kompetenz die Fähigkeit, kompetent mit den Unterschieden zwischen einzelnen Menschen umgehen zu können – sowohl im Alltag als auch im Berufsleben.

Das heißt nicht, dass Unterschiede nicht wahrgenommen und alle Menschen in ein Schubfach gesteckt werden, ohne sie in ihrer Einzigartigkeit zu respektieren und wertzuschätzen. Vielmehr bedeutet es, dass Sie die Unterschiede bewusst anerkennen und annehmen, ohne Menschen aufgrund ihrer Einzigartigkeit und der herrschenden Unterschiede zu benachteiligen oder auszuschließen.

Verfügen Sie über Diversity Kompetenz treten Sie Menschen offen, respektvoll und mit einer wertschätzenden Haltung gegenüber, ganz egal:

  • welches Geschlecht und welche sexuelle Orientierung sie haben.
  • wie alt sie sind
  • ob sie eine Behinderung haben oder nicht
  • welche Hautfarbe sie haben
  • an was sie glauben
  • woher sie kommen und welche Nationalität sie haben.
  • welche Weltanschauung sie haben.
  • etc.

Gehört die Diversity Kompetenz zum Alltag dazu?

Mehrere Hände gemeinsam

Bei der Diversity Kompetenz handelt es sich um einen Aspekt, der fest zu Alltag jedes einzelnen Menschen dazu gehören sollte. Es sollte gar kein Thema mehr darstellen, sich mit der Diversity Kompetenz zu beschäftigen, da sie als Selbstverständlichkeit fest in die Gesellschaft integriert sein sollte. Leider ist das jedoch nicht immer der Fall.

Nicht jeder Mensch legt selbstverständlich eine offene und respektvolle sowie wertschätzende Haltung all seinen Mitmenschen gegenüber an den Tag. Denn, um die Diversity Kompetenz zu leben und zu entfalten, müssen sich Menschen erst einmal mit sich selbst auseinandersetzen.

Das ist eine Sache, die nicht alle Menschen gerne machen. Doch nur, wenn Sie sich bewusst mit sich selbst, Ihrer Haltung und Ihren Anschauung beschäftigen, können Sie prüfen, inwiefern Sie Diversity kompetent sind und an welchen Punkten Sie möglicherweise noch arbeiten sollten.

Um sich die Diversity Kompetenz aneignen zu können und sie zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen, ist das Auseinandersetzen mit:

  • der eigenen Haltung und der eigenen Perspektive
  • den persönlichen Vorannahmen und den persönlichen Vorurteilen

wichtig.

Unterschiede wahrnehmen und Unterschiede fokussieren – ein wichtiger Unterschied

Viele gelbe Blumen und eine rote Blume

Die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen spielen bezüglich der Diversity Kompetenz eine fundamentale und äußerst wichtige Rolle. Wie gehen Sie also am besten mit ihnen um? Sicherlich ist es wichtig, dass Sie die Unterschiede zwischen den Menschen und somit auch die Einzigartigkeit eines jeden Menschen anerkennen, respektieren und wertschätzen.

Allerdings sollten Sie dabei dringend davon absehen, sich auf die Unterschiede zu fokussieren. Natürlich unterscheiden sich Menschen in vielen Punkten, doch sehr viele Menschen teilen auch zahlreiche Gemeinsamkeiten. Allerdings sehen Sie diese Gemeinsamkeiten nicht, wenn Sie sich zu sehr auf die Unterschiede konzentrieren.

Kennen Sie die Unterschiede also an, akzeptieren Sie, dass jeder Mensch andere Fähigkeiten und Talente hat, nehmen Sie jeden Menschen offen und wertschätzend an, doch sehen Sie davon ab, sich auf die Unterschiede zu konzentrieren und suchen Sie auch nach Gemeinsamkeiten, die Sie mit anderen Menschen teilen.

Spielen Sie Unterschiede nicht herunter, legen Sie aber zu derselben Zeit nicht direkt den Fokus auf sie. Sie müssen die Unterschiede zwischen den Menschen kennen, um zu verstehen, was Sie tun können, um die Chancengleichheit zu ermöglichen. Denn, Menschen haben zwar alle denselben unendlich großen Wert, doch nicht alle Menschen haben dieselben Voraussetzungen.

Diese unterschiedlichen Voraussetzungen und Situationen erfordern das Sehen und Annehmen von Unterschieden, um für alle Menschen die gleichen Chancen schaffen zu können. Das heißt unter anderem, dass Sie wissen, welche Hilfsmittel Sie für Menschen mit Behinderung nutzen können oder, wie Sie mit Menschen kommunizieren, die Ihre Sprache noch nicht so gut beherrschen.

Sind Sie Diversity kompetent? – Die wichtigsten Grundlagen und Voraussetzungen

Buchstaben bilden "Be the change"

Haben Sie sich je die Frage gestellt, wie Diversity kompetent Sie sind? Denken Sie, dass Sie allen Menschen offen, respektvoll und wertschätzend gegenübertreten oder gibt es einige Punkte, an denen Sie vielleicht noch arbeiten müssen? Es ist absolut keine Schande an bestimmten Einstellungen und Haltungen zu arbeiten – eine Schande wäre es, so zu tun als sei man Diversity kompetent, während man dies in Wahrheit gar nicht ist.

Um Ihre Diversity Kompetenz zu überprüfen und sicherzustellen, dass Sie diesen Wert fest in Ihr Wertesystem integrieren, ist es wichtig, dass Sie sich mit ein paar wichtigen Voraussetzungen der Diversity Kompetenz auseinandersetzen.

Offenheit

Türschild in bunten Farben

Am wichtigsten ist es, dass Sie aufgeschlossen und offen auf andere Menschen zugehen und sich für sie interessieren. Das setzt nicht zwingend voraus, dass Sie sich zuvor mit der Vielfalt der Menschen beschäftigt haben, doch in Zukunft sollten Sie offen sein und Lust darauf haben unterschiedliche Menschen kennenzulernen.

Dieser Aspekt der Offenheit verlangt eine intensive und bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen. Seien Sie also bereit dazu, Ihre Vorurteile abzulegen und mit jedem abgelegten Vorurteil ein Stück offener zu werden.

Respekt und Akzeptanz

Respekt sollte eigentlich eine Grundhaltung darstellen, die Kinder von klein auf lernen. Allerdings stellt er noch lange keine Selbstverständlichkeit dar und viele Menschen verwechseln in diesem Zusammenhang auch oft den Respekt und die Akzeptanz mit der Toleranz. Dabei handelt es sich keinesfalls um zwei gleiche Begriffe mit austauschbaren Bedeutungen.

ToleranzAkzeptanz
Der Begriff Toleranz kommt aus dem Lateinischen „tolerare“ und heißt „dulden“.   Wenn Sie Unterschiede der Menschen tolerieren heißt es also, dass Sie es aushalten, dass es diese Unterschiede gibt.   Toleranz ist somit ein guter Anfang, um später zum Respekt überzugehen.Bei der Akzeptanz handelt es sich um die freiwillige Bereitschaft, alle Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Ganz egal, woher sie kommen, was sie machen und, ob sie den eigenen persönlichen Wünschen und Erwartungen gerecht werden oder nicht.

Es ist wichtig, dass Sie die Vielfalt und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen nicht nur tolerieren, sondern voll und ganz annehmen, akzeptieren und respektieren. Sie müssen nicht alle Menschen als Freund haben und Sie dürfen auch bestimmten Menschen Ihre Sympathie weniger stark schenken als anderen – wichtig ist, dass Sie dabei jedoch immer Respekt zeigen und die Voraussetzungen und Umstände eines Menschen nicht der Grund für Ihre mangelnde Sympathie darstellen.

Der Begriff „Respekt“ selbst kommt auch aus dem Lateinischen (respectare) und bedeutet „zurückschauen“. Respekt zu haben bedeutet:

  • Rücksicht auf Menschen zu nehmen.
  • mit Menschen zu sprechen.
  • sich mit Menschen zu beschäftigen.
  • Menschen zugewandt zu sein.

Sie sehen also, dass es einen kleinen, aber sehr feinen Unterschied gibt, wenn Sie Menschen tolerieren und wenn Sie Menschen respektieren.

Wertschätzung

Beschriftete Fäuste

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Diversity Kompetenz ist die Wertschätzung aller Menschen. Bringe allen Menschen, ganz egal, welche Unterschiede sie aufweisen und welche Lebensstile sie verfolgen, deine bedingungslose Wertschätzung gegenüber. Zeige ihnen durch dein Verhalten, dass du sie wertschätzt und, dass du Sie in ihrem ganzen sein für voll nimmst.

Wie kann diese Wertschätzung im Alltag aussehen?

  • Ein Mitglied der LGBTQ+ Community stellt sich dir vor. Du stellst dich ebenfalls vor und sagst, wie du angesprochen werden möchtest (sie/ihr oder er/ihm) und gibst deinem Gegenüber somit die Möglichkeit, dir auch seine Ansprache mitzuteilen, ohne dass dir der sehr respektlose Satz „Was bist du eigentlich? Junge oder Mädchen?“ aus dem Mund rutscht.
  • Du bietest deinem Kollegen, der einen religiösen Feiertag feiert an, ihn zu vertreten, sodass er sich den Tag voll und ganz seinem Feiertag widmen kann.
  • An Weihnachten wünschst du Menschen mit anderen Religionen nicht „Frohe Weihnachten“, sondern wünschst ihnen zu Chanukka oder zum Fest des Fastenbrechens alles Gute.
  • Männer und Frauen behandelst du stets gleich und gibst ihnen dieselben Chancen.
  • Die Gestaltung all deiner Social-Media-Kanäle erfolgt barrierefrei und du fügst Alternativtexte oder auch Untertitel in sie ein.
  • etc.

Es gibt sehr viele weitere Möglichkeiten, deine Wertschätzung für die Vielfalt der Menschen und die Unterschiede zu zeigen.

Empathie

Nur wer empathisch ist, kann sich in andere Menschen hineinversetzen, was wichtig ist, um dem Gegenüber angemessen gegenüber zu treten. Das ist nicht immer einfach – vor allem dann, wenn sich die Perspektiven und Lebenslagen der Mitmenschen sehr stark von den eigenen unterscheiden.

Doch Empathie können Sie üben und somit Schritt für Schritt immer mehr in Ihr Leben einbauen. Lassen Sie sich dabei nicht von Ihrer eigenen Unsicherheit austricksen und zur Abneigung überreden. Vor allem, wenn Unwissen vorhanden ist, entstehen Unsicherheiten im Umgang mit den Mitmenschen.

Anstatt sie jedoch zu ignorieren oder sogar eine Abneigung gegen sie zu entwickeln, ist es deutlich besser, einfach nachzufragen oder sich in der Freizeit mit einzelnen Themen zu befassen.

Wie Sie bestimmt schon gemerkt haben, geht die Diversity Kompetenz Hand in Hand mit der Inklusion. Leben Sie diese beiden Themen, die in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen nicht nur, sondern integrieren Sie sie fest in Ihr Wertesystem. Es handelt sich nicht um einen Trend, bei dem es mal schön ist mitzumachen. Es handelt sich um ein Recht eines jeden Menschen so angenommen und wertgeschätzt zu werden, wie er ist. Jeder Mensch hat das Recht, die gleichen Chancen zu haben – egal von welchem Punkt er startet. Setzen auch Sie sich für dieses Menschenrecht ein und leben die Diversity Kompetenz als festen und selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Lebens.

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