Kind lacht

Was macht Kinder glücklich?

In der Regel sehnen sich Eltern nach nichts mehr, als danach, ihr Kind glücklich und zufrieden zu sehen. Aus diesem Grund stellt sich für viele Eltern auch automatisch die Frage danach, was Kinder wirklich glücklich macht.

Wie können Sie ein Kind glücklich machen? Bevor Sie mehr über die Definition des Wortes „Glück“ erfahren und in Erfahrung bringen, was Kinder wirklich glücklich macht, sollten Sie immer eine Sache bedenken.

Sie müssen Ihr Kind nicht 24 Stunden am Tag bespaßen, um es glücklich zu machen. Seien Sie da, nehmen Sie sich Zeit, interessieren Sie sich, hören Sie zu, kuscheln Sie und respektieren Sie Grenzen. Das sind die wohl fundamentalsten Aspekte, die Sie beachten sollten, um ein Kind glücklich machen zu können.

Eine kurze Definition des Begriffs „Glück“

Lachendes Gesicht auf dem Boden aufgemalt

Um feststellen zu können, was Kinder wirklich glücklich macht, muss zunächst einmal feststehen, was der Begriff „Glück“ überhaupt bedeutet. Was versteckt sich hinter diesem Begriff? Wenn Sie sich diesen Begriff einmal etwas intensiver durch den Kopf gehen lassen, werden Sie feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, zu beschreiben, was Glück eigentlich ist.

Das liegt unter anderem an der Tatsache, dass jeder Mensch den Begriff „Glück“ auf andere Weise für sich definiert.

Jeder Mensch hat eine andere Auffassung darüber, was Glück ist. Aus diesem Grund kann die Definition dieses Begriffes auch nicht über bestimmte Dinge, Erfahrungen und Erlebnisse beschrieben werden. Vielmehr beschreibt der Begriff ein Gefühl, das sich in Menschen ausbreitet, wenn sie davon reden „glücklich“ zu sein.

Suchen Sie also gezielt nach einer Definition von Glück, könnten Sie es mit diesen Worten in Verbindung bringen:

  • Schöne Erlebnisse
  • Geborgenheit
  • Wärme
  • Zufriedenheit
  • Vollkommenheit

Wer glücklich ist, empfindet Freude und fühlt sich positiv erfüllt. Es breitet sich der Drang danach aus, die Aktion, die zu dem Glück geführt hat, zu wiederholen, um erneut das Gefühl des Glücks verspüren zu dürfen.

Wie Sie sehen, fällt es gar nicht so leicht, eine Definition zu finden, die „Glück“ wirklich beschreibt. Doch, wenn sich ein Gefühl der Wärme in Ihnen ausbreitet, Sie das Lächeln auf Ihren Lippen spüren und für immer mit diesem Gefühl sein möchten, spricht das sehr stark dafür, dass Sie glücklich sind.

Die Sache mit den Spielsachen

Viele Spielsachen

Machen materielle Dinge wirklich glücklich? Viele Eltern haben Angst davor, sich dieser Frage zu stellen, da sie oft versuchen mangelnde Zeit mit dem Kauf von materiellen Dingen auszugleichen. Spielsachen an und für sich machen ein Kind nicht glücklich. Wirklich freuen kann sich ein Kind über die Geschenke nur, wenn es weiß, dass sie keinen Ersatz für die Zeit mit den Eltern darstellen.

Wollen Sie das leuchtende Strahlen in den Augen eines Kindes sehen, können Sie es natürlich ab und zu mit einem schönen Spielzeug überraschen. Behalten Sie dabei aber immer im Hinterkopf, dass das, was Ihr Kind wirklich glücklich macht Sie und die gemeinsame Zeit mit ihnen ist. Spielzeugt ist ein Bonus, den Sie Kindern natürlich zur Verfügung stellen dürfen, um es noch weiteres Stück glücklicher zu machen.

Muss mein Kind immer glücklich sein?

Allerdings sollten Sie dabei auch immer bedenken, dass das Leben nicht immer nur schöne Seiten mit sich bringt. Ihr Kind darf durchaus erfahren, dass es nicht nur Glücksgefühle gibt, sondern dass auch negative Emotionen und Erfahrungen ihre Berechtigung haben.

Nur, wenn Sie einem Kind die Möglichkeit geben, in den Kontakt mit positiven und negativen Gefühlen zu kommen, kann es wirklich glücklich sein und seine eigenen Erfahrungen machen. Nur, wenn ein Kind negative Emotionen leben darf, kann es:

  • diese besser kennenlernen
  • das Glück in den kleinen Dingen erkennen und wertschätzen
  • Strategien entwickeln, um mit negativen Gefühlen, wie Frust und Wut umgehen und später wieder glücklich sein zu können.
Kind schaut etwas traurig

Denn was Kinder glücklich macht, sind nicht nur die positiven Erlebnisse und Emotionen selbst. Auch die Tatsache, dass sie auf Mama und Papa oder andere Bezugspersonen zählen können, wenn sie negative Emotionen erleben, macht Kinder glücklich. Es verleiht ihnen ein Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit, wenn sie wissen, nicht für negative Emotionen verurteilt oder gar bestraft zu werden.

Wenn das Kind ganz es selbst sein kann – mit allen Stimmungslagen und Emotionen – macht dies allein ein Kind sehr glücklich.

Bedenken Sie zudem, dass ein Kind kein Honigkuchenpferd ist, das jeden Tag mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht durch die Gegend laufen muss. Es darf auch mal nicht so glücklich sein oder schlicht und ergreifend schlechte Laune haben.

Was brauchen Kinder nun wirklich, um glücklich zu sein?

Nun stellt sich, trotz der detaillierten Erklärungen weiterhin die Frage, was Kinder nun konkret brauchen, um glücklich sein zu können. Um wirklich rundum glücklich sein zu können, brauchen Kinder vor allem drei fundamentale und stabile Rahmenbedingungen:

Beziehungen

Der erste Aspekt, der in dem Bezug auf die passenden Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle spielt, ist der Aspekt der Beziehungen. Dabei spielt jedoch der Spruch „Qualität vor Quantität“ eine wichtige Rolle. Kinder brauchen keine 100 oberflächliche Beziehungen, sondern dafür lieber wenige, innige und tiefe Bindungen.

Diese Beziehungen bestehen in aller erster Linie zu den Eltern, aber auch zu anderen Bezugspersonen, die sich im Leben des Kindes befinden.

Sichere und tiefe Beziehungen tragen dazu bei, dass sich Kinder entfalten und gut entwickeln können. Sie haben keine Angst davor, Emotionen zu zeigen und zu leben, weil sie sich geborgen fühlen. Nur, wer sich vollkommen sicher und geborgen fühlt, kann anschließend wahres Glück als dieses erkennen und auch voll und ganz leben.

In der Beziehung zu anderen Kindern lernen Kinder hingegen fundamentale Dinge im emotionalen, körperlichen, sozialen und sprachlichen Bereich. Dabei lernen sowohl jüngere Kinder von älteren Kindern als auch ältere Kinder von jüngeren Kindern.

Ältere Kinder – jüngere KinderJüngere Kinder – ältere Kinder
Für ältere Kinder spielt der Kontakt zu jüngeren Kindern eine fundamentale Rolle. Indem sie ihnen Dinge beibringen oder ihnen helfen, entwickeln sie nicht nur Empathie, sondern bauen auch ein sehr wichtiges Selbstbewusstsein auf. Sie merken, dass sie etwas in dem Leben eines anderen Menschen verändern und positiv beeinflussen können.Jüngere Kinder lernen von älteren Kindern, indem sie mit ihnen spielen, sie beobachten und Hilfe von ihnen in Anspruch nehmen.   Die Beziehung zu anderen Kindern gestaltet sich dabei anders als die Beziehung zu den Eltern. Natürlich lernen Kinder auch von den Eltern, aber sie brauchen auch andere Kinder für ihre verschiedenen Entwicklungsschritte.

Der Kontakt zu älteren und auch zu jüngeren Kindern spielt für Kinder eine sehr wichtige Rolle. Nur so können Sie sich ab und an:

  • groß und stark
  • klein und schwach

fühlen und somit beide Seiten der Medaille kennenlernen und erleben.

Freiheit und Selbstwirksamkeit

Der zweite Aspekt, der in dem Rahmen der Rahmenbedingungen für glückliche Kinder eine fundamentale Rolle spielt, ist der Aspekt der Freiheit und der Selbstwirksamkeit. Nur, wenn Kinder wissen, dass sie sich frei und ohne bewertet zu werden, entwicklen können, werden sie das auch machen.

Das bedeutet für die Eltern im Klartext, die Kinder nicht in ihrem Tun einzuschränken, indem sie:

  • Klare Vorgaben beim Spielen machen (Freies Spiel ist hier das Stichwort. In einem separaten Artikel erfahren Sie mehr darüber).
  • Zu viele und nicht notwendige Regeln aufstellen
  • Künstliche Grenzen schaffen

Geben Sie Kindern die Chance, sich vollkommen frei entwickeln zu können.

Wenn Sie sich mehr für die Selbstwirksamkeit interessieren, können Sie sich in einem separaten Artikel genauer durchlesen, worum es sich bei der Selbstwirksamkeit nach Banduras handelt. Dort erfahren Sie unter anderem auch, wie Sie Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit stärken und unterstützen.

Glückliche Eltern

Immer und immer wieder können Sie in Blogartikeln und auch in Erziehungsratgebern lesen, dass Eltern und andere Bezugspersonen eine wichtige Vorbildfunktion haben. Kinder lernen in aller erster Linie von Ihnen.

Die Fragen, die Sie sich aus diesem Grund nun stellen sollten sind:

  • Wie soll mein Kind lernen, glücklich zu sein, wenn ich nicht glücklich bin?
  • Bin ich wirklich glücklich?
  • Falls ich nicht glücklich bin – warum ist das so?

Dass Sie nicht wirklich glücklich sind merken Sie an einigen Anhaltspunkten:

  • Oft nehmen Sie negativ belastete Worte in den Mund
  • Situationen sehen Sie von Grund auf negativ
  • am Ende des Tages haben Sie nur die schlechten Ereignisse vor Ihrem inneren Auge haben
Mann und Frau lachen

Natürlich sprechen noch weitere Aspekte dafür, dass Sie nicht glücklich sind. Doch bereits diese Anhaltspunkte helfen Ihnen dabei, zu verstehen, dass Sie noch glücklicher sein könnten. Oft reichen kleine Veränderungen in der Sprechweise, dem Blickwinkel und positive Affirmationen, um mit einer sehr viel positiveren Sichtweise und somit viel glücklicheren Einstellung durch das Leben zu gehen.

Achtung: Genauso wenig, wie Ihr Kind als Honigkuchenpferd dauergrinsend durch die Gegend laufen muss, sollten auch Sie nicht in diese Rolle schlüpfen wollen.

Die Angst davor, glücklich zu sein, basiert nicht selten darauf, von der Gesellschaft bewertet zu werden. Übertrieben gesehen laufen positiv eingestellte und glückliche Menschen grinsend, Glitzerstaub verteilend und Regenbogen spuckend durch die Gegend.

Doch genau das ist nicht der Fall. Befassen Sie sich mit Ihren eigenen Emotionen. Finden Sie heraus, warum Sie nicht glücklich sind und arbeiten Sie an Ihrem Glück. Auch für Sie spielt dabei der Umgang mit Gefühlen eine fundamentale Rolle. Nur, wenn Sie auch negative Emotionen leben und anschließend ziehen lassen, machen Sie Platz für Glück.

Die Sache mit den Prioritäten

Dass glückliche Kinder glückliche Eltern brauchen heißt dabei jedoch nicht, dass Eltern alleine auf ihr Wohlbefinden und ihr Glück schauen. Die Kunst besteht dabei, die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder aufeinander abzustimmen und miteinander zu jonglieren. Dabei können die folgenden Fragen helfen:

  • Welches Bedürfnis genießt aktuell die Priorität?
  • Lassen sich bestimmte Bedürfnisse miteinander vereinen?
  • Welche Bedürfnisse sind reine Wünsche und welche Bedürfnisse sind wirklich fundamentale Bedürfnisse?

Führen Sie sich dabei immer wieder vor Augen, dass Kinder nicht glücklich sind, wenn Extreme herrschen. Sprich:

  1. Eltern achten nur auf sich selbst und gehen davon aus, dass Kinder automatisch glücklich sind, wenn die Eltern glücklich sind.
  2. Eltern geben sich vollkommen selbst auf und denken, dass Kinder so glücklicher sind.

Finden Sie aus diesem Grund ein Gleichgewicht und schaffen durch entsprechende Rahmenbedingungen eine sichere und geborgene Atmosphäre. In dieser Atmosphäre wird jeder gesehen, wahrgenommen, gefördert und unterstützt und ist somit glücklich.

Diese Aktivitäten machen Kinder glücklich

Wie es die Definition des Wortes „Glück“ bereits treffend auf den Punkt bringt, handelt es sich bei Glück um ein Gefühl. Durch welche Aktionen und Handlungen ein Mensch dieses Gefühl erlangt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Aus diesem Grund kommt es auch immer auf das Kind und auf seine Wünsche und Bedürfnisse an, um bestimmen zu können, was es wirklich glücklich macht. Sprechen Sie aus diesem Grund mit Ihrem Kind und beobachten Sie es. So finden Sie heraus, was Ihr Kind wirklich glücklich macht.

Ein paar Beispiele darüber, was Kinder glücklich macht, sehen Sie in dieser Liste:

  • In den Schlaf begleitet werden (durch eine Geschichte, ein Lied oder einfach durch die Anwesenheit)
  • Kuscheln
  • Kissenschlacht und Kitzeln
  • Gemeinsam ein Buch lesen oder sich ein Buch vorlesen lassen
  • Über den Tag sprechen oder sich gemeinsam Geschichten ausdenken
  • Malen und mit Spielsachen spielen
  • Entscheidungen des Kindes respektieren
  • Sich mit Freunden treffen
  • Raus in die Natur gehen und spielen
  • Ein Picknick im Park machen und dabei die Enten füttern gehen (aber bitte nicht mit Brot!)
  • Gewissheit darüber, dass die Eltern immer da sind und ein offenes Ohr haben
  • Danach gefragt werden, wie der Tag war
  • Den Satz „Ich hab dich lieb“ regelmäßig zu hören (Nein – kein Kind kann durch zu viel Liebe verwöhnt werden!)
  • Zeit füreinander zu haben und diese intensiv miteinander zu genießen. Dabei das Kind entscheiden lassen wie es diese gemeinsame Zeit verbringen möchte.
  • In den Zoo gehen
  • Überraschungen bekommen
  • Gemeinsam lachen
  • Sich Umarmen und ganz festhalten
  • In den Armen von Mama oder Papa schlafen
  • Rutschen
  • Fahrradfahren
  • Nackt durch die Wohnung laufen
  • Selbst die Kleidung aussuchen
  • etc.

Wie Sie sehen gibt es zahlreiche Dinge, die Kinder glücklich machen. Bei den aufgezählten Dingen der Liste handelt es sich zudem nur um einen kleinen Bruchteil.

Zu guter Letzt sollten Sie immer bedenken, dass ein Kind nicht die Aufgabe hat, Sie glücklich zu machen. Arbeiten Sie an sich und an Ihren Gefühlen und sorgen somit für ein gutes Gleichgewicht in der Familie. Davon profitieren nicht nur Sie, sondern in aller Regel die Kinder mit ihrem Glück.

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