Kind sitzt alleine auf einem Ball am Strand

Warum finden manche Kinder keine Freunde?

Eltern wünschen sich nicht sehnlichster als glückliche und zufriedene Kinder. Während ein anderer Artikel etwas genauer darauf eingeht, was ein Kind glücklich macht und wieso das Glück eines Kindes von Kind zu Kind anders ausfällt, beschäftigt sich dieser Blogbeitrag mehr mit dem Aspekt der Freundschaften. Denn, manche Kinder finden keine Freunde.

Denn viele Eltern, die sich selbst an ihre eigene Kindheit zurückerinnern, denken sehr oft an das gemeinsame Spielen mit Freunden zurück. Somit wünschen sie sich auch für ihre Kinder nichts mehr, als Freundschaften, die am besten ein ganzes Leben lang andauern und dazu beitragen, dass das Kind eine glückliche und schöne Kindheit hat.

Allerdings merken einige Eltern bei ihren Kindern, dass sie sich sehr schwer damit tun, Freunde zu finden und überhaupt in Kontakt mit anderen Kindern zu treten. Nicht nur das macht einigen Eltern zu schaffen. Besonders kritisch und schwer gestaltet sich für sie der Umstand, wenn das Kind gezielte Ausgrenzungen erfährt oder Mobbing zum Opfer fällt.

Die Frage, dich sich Eltern in diesem Fall selbstverständlich stellen, ist die Frage danach, warum das eigene Kind so große Schwierigkeiten damit hat, Freunde zu finden. Auf Motive, die dazu führen können, dass manche Kinder keine Freunde finden und darauf, was Eltern in diesem Fall tun können, geht dieser Artikel aus diesem Grund intensiver ein.

Warum Freundschaften für Kinder so wichtig sind

Zwei Kinder in der Natur

Bevor Sie etwas mehr über mögliche Gründe erfahren, die dazu führen, dass manche Kinder keine Freunde finden, ist es interessant zu wissen, welche Rolle Freundschaften im Leben eines Kindes überhaupt spielen.

Denn, auch, wenn Kinder noch recht jung sind und vielleicht noch nicht einmal in den Kindergarten gehen, spielt die Interaktion mit anderen Kindern eine große Rolle.

Allerdings drängt sich dabei nicht selten die Frage auf, ob in diesem Fall bereits die Rede von wahren Freundschaften ist.

An und für sich bedeutet ein Freund für ein Kind, einen Spielkameraden, zu derselben Zeit aber auch ein Vorbild zu haben. Gemeinsam speilen die Kinder, sie erleben unterschiedliche Dinge und lernen voneinander. Wenn Sie so wollen ist es ein Geben und ein Nehmen.

Je mehr Zeit die Kinder gemeinsam verbringen, umso positiver wirken sich die Freundschaften auf das Wohl und auch auf das Verhalten des Kindes aus. Denn mit einer Freundschaft gehen oft die folgenden Vorteile für die Kinder einher:

  • Erwerben neuer Fähigkeiten und Verbessern der bereits vorhandenen Fähigkeiten
  • Gute Entwicklung
  • Erwerben geistiger und körperlicher Kompetenzen
  • Erlernen der Bindungsfähigkeit
  • Sehr viel bessere emotionale Entwicklung
  • Das Gefühl angenommen und akzeptiert, zu derselben Zeit sicher und geboren zu sein
  • Lernen die eigene Position zu vertreten, für sich selbst einzustehen und dennoch die Wünsche und Meinungen der anderen zu akzeptieren
  • Verständnis für Unterschiede, was dazu führt, dass Kinder lernen, mit Differenzen umzugehen

All diese Vorteile tragen dazu bei, dass Kinder lernen, Vertrauen in andere zu haben, Empathie zu entwickeln und ein positives Selbstbild von sich zu haben. Das alles sind wiederum wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Ist jeder Kontakt zu anderen Kindern eine Freundschaft?

Kind macht Daumen hoch im Bällebad

Kinder mögen zwar kleiner als Erwachsene sein, doch auch bei ihnen führt nicht jede Interaktion mit einem anderen Kind zu einer innigen Freundschaft. Auch bei Kindern kommt es zu Bekanntschaften und zu Freundschaften.

Oft kommt es durchaus vor, dass Kinder nicht miteinander, sondern nebeneinander spielen und schlicht und ergreifend nicht auf einer Wellenlänge liegen.

Besteht hingegen ein gegenseitiges Interesse und spielen die Kinder gerne miteinander, kommt es oft zu einer Freundschaft. Allerdings sollten Sie in diesem Fall auch immer im Hinterkopf behalten, dass sich Freundschaften bei Kindern sehr schnell ändern können, während andere ein Leben lang bestehen.

Interessant ist bei Kinderfreundschaften die Tatsache, dass anfangs weniger das Kind im Vordergrund steht. Vielmehr basieren Kinder – vor allem im Kindergartenalter – die Freundschaften auf gemeinsamen Interessen oder Aktivitäten, die beide Kinder ausüben. Auch die Tatsache, dass zwei Kinder ein anderes Kind nicht mögen, kann als Gemeinsamkeit betrachtet werden und zu einer Freundschaft führen.

Erst im Grundschulalter schließen Kinder Freundschaften bewusster und intensiver. Doch auch in diesem Alter ändern sich Freundschaften sehr schnell. So wie Kinder sie schließen, beenden sie sie unter Umständen auch wieder. Das stellt alles kein Grund zur Sorge dar. Doch, was ist, wenn das Kind gar keine Freundschaften schließt und kaum mit anderen Kindern interagiert?

Gründe dafür, dass manche Kinder keine Freunde finden

Bereits im Kindesalter – oder: vor allem im Kindesalter – kommt es zu dem Phänomen, dass Freunde kommen und gehen. Doch, die Frage, die Ihnen unter Umständen schlaflose Nächte bereitet und Sorgen macht, ist die Frage danach, warum manche Kinder keine Freunde finden.

Äußere Merkmale

So schwer es Ihnen auch fallen mag, Tatsachen zu akzeptieren, spielen nicht selten äußere Merkmale eine Rolle. Das liegt daran, dass Kinder keine Hemmungen kennen und gnadenlos das sagen, was sie denken. Wie sagt man so schön? „Wer eine ehrliche Meinung haben möchte, fragt am besten einen betrunkenen Menschen oder ein Kind!“

Aus diesem Grund führen nicht selten Merkmale, wie:

  • Körperliche Auffälligkeiten
  • Behinderungen
  • Statussymbole (vorhandene oder fehlende)
  • Dazu, dass Kinder andere Kinder ausschließen. Damit fällt es dem betroffenen Kind natürlich schwer, Freundschaften zu schließen.

In diesem Fall liegt es ganz klar in der Verantwortung der Eltern, die Kinder zu empathischen Menschen zu erziehen, die andere Menschen nicht aufgrund von Äußerlichkeiten und Rahmenbedingungen verurteilen, bewerten und ausgrenzen.

Das Verhalten

Nicht alle Kinder schließen andere Kinder aufgrund der genannten Gründe aus dem oberen Abschnitt aus. In der Tat bringen viele Eltern Kindern von Geburt an bei (bzw. leben es ihnen vor), dass jeder Mensch besonders und einzigartig ist.

Somit führen nicht nur äußere Merkmale dazu, dass einige Kinder keine Freunde finden. In vielen Fällen basiert dieser Umstand auf dem Verhalten der Kinder. Vor allem zwei Szenarien fallen besonders auf:

  1. Zu ängstliche Kinder
  2. Zu angepasste Kinder

Beide erfahren in der Regel eine Ausgrenzung durch andere Kinder und finden somit keine Freundschaften.

Das können Eltern tun, wenn das Kind keine Freundschaften findet

Kind schaut aus dem Fenster

Natürlich fragen sich Eltern nun, was sie tun können, um sicherstellen zu können, dass das Kind Freundschaften schließen kann und Anschluss findet. Zunächst einmal kommt an dieser Stelle die erleichternde Nachricht, dass Ihnen nicht die Hände gebunden sind. Zu derselben Zeit sollten Sie sich aber auch immer wieder in den Hinterkopf rufen, dass Sie keine Freundschaften erzwingen können und Ihr Kind auch nicht ändern sollten.

Stellen Sie sich zudem die Frage, ob die Situation es überhaupt von Ihnen verlangt, dass Sie tätig werden. Vor allem, wenn sich Kinder im Kindergartenalter befinden, müssen Eltern oft gar nicht tätig werden. Denn im Kindergartenalter ändern sich Freundschaften und auch Dynamiken in Gruppen sehr schnell. Erfährt ein Kind keine gezielte Ausgrenzung und wird nicht zum Opfer von Mobbing, sollten Sie in diesem Fall die Ruhe bewahren und erst einmal ein bisschen abwarten.

Natürlich können Sie aber auch schon im Kindergartenalter mit gezielten „Playdates“ und Verabredungen Freundschaften fördern und die Interaktion mit anderen Kindern ermöglichen, sofern diese in den Räumen des Kindergartens nicht erfolgt.

Wirklicher Handlungsbedarf besteht in der Regel im Schulalter, wenn das Kind keinen Anschluss findet. In diesem Fall sollten Sie durchaus aktiv werden und dem Kind dabei helfen, Freundschaften zu knüpfen.

Sagen Sie dem Kind, dass nicht falsch mit ihm ist

"I love you" aus Buchstaben gelegt

In der Regel führt die Tatsache, dass ein Kind keine Freunde findet bei Eltern in allererster Linie dazu, dass sie sich mit der Frage beschäftigen, wie sie Freundschaften fördern können. Natürlich ist diese Frage durchaus wichtig. Vorher gilt es aber, das Kind zu stärken, das oft unter der Tatsache leidet, keine Freundschaften zu haben.

Erfährt ein Kind immer wieder Ausgrenzung von anderen Kindern, kommt bei ihm nach einiger Zeit der Gedanke auf, nicht richtig zu sein. Wenn es richtig wäre, würden es die anderen Kinder schließlich mögen.

Bevor Sie sich also darauf konzentrieren, dem Kind dabei zu helfen, Freundschaften zu schließen, sollten Sie es stärken. Sagen Sie dem Kind, dass es richtig ist, wie es ist. Machen Sie ihm klar, dass es sich nicht ändern muss, um „richtig“ zu sein, da mit ihm nichts falsch ist.

Seien Sie in diesem Zusammenhang auch stets geduldig und einfühlsam mit ihm. Es braucht ihren Rückhalt und ihre Versicherung darüber, gut zu sein, so wie es ist.

Nutzen Sie für diese Zwecke Sätze, wie:

  • Du bist wundervoll, so wie du bist.
  • Ich habe dich sehr dolle lieb.
  • Du bist toll!

Melden Sie das Kind in einem Verein an

Mannschaft mit Trainer auf einem Fußballfeld

Sie können Freundschaften zwischen Kindern nicht erzwingen. Bedenken Sie immer, dass Kinder in Klassen in der Regel auf gut Glück miteinander gemischt werden und somit nicht immer die Garantie besteht, dass die Chemie stimmt. In diesem Fall können Sie Ihr Kind durch die Anmeldung in einem Verein in den Kontakt mit anderen Kindern bringen. Unter Umständen stimmt mit den Kindern oder einigen Kindern dort die Chemie besser.

Akzeptieren Sie jedoch auch, wenn das Kind nicht in einen Verein gehen möchte. Sie sollten immer davon absehen, ein Kind zu zwingen.

Schauen Sie in den Spiegel

Wussten Sie, dass Kinder der Spiegel ihrer Eltern sind? Sie als Bezugsperson nehmen im Leben des Kindes eine wichtige und prägende Vorbildfunktion ein. Wie Sie sich mit anderen Menschen verhalten und wie Sie Ihre Mitmenschen behandeln, wirkt sich auch auf Ihr Kind aus. Es nimmt ihr Verhalten wie ein Schwamm auf und versucht sich genauso zu verhalten, wie Sie. 

Lernt es von Ihnen keine sozialen Fähigkeiten, wie:

  • Teilen
  • faires Lösen von Konflikten
  • Fähigkeit auch mal zurückstecken zu können
  • Rücksicht zu nehmen
  • zuzuhören
  • Geheimnisse zu wahrem

dürfen Sie nicht von ihm verlangen, dass es diese sozialen Fähigkeiten von alleine lernt und umsetzt. Überdenken Sie aus diesem Grund einmal Ihr persönliches Verhalten.

Setzen Sie das Kind nicht unter Druck und lassen es sich seine Freunde selbst wählen

Dass Kinder keine Freunde finden, kann in einigen Fällen auch darauf basieren, dass sie sich zu bevormundet bezüglich der Wahl der Kinder fühlen. Haben Kinder das Gefühl, einem bestimmten Anspruch gerecht werden zu müssen oder haben aufgrund der Tatsache, dass sich Eltern unsympathisch sind, keine Freundschaften schließen können, wirkt sich das negativ auf spätere Freundschaften aus.

Natürlich kann es passieren, dass Sie sich mit der Mutter oder dem Vater eines anderen Kindes nicht verstehen. Ihre persönlichen Angelegenheiten dürfen jedoch die Freundschaft zwischen Kindern nicht gefährden.

Lassen Sie es also zu, dass sich Ihr Kind seine Freunde selbst auswählt.

Gezielte Lösungsansätze für bestimmte Situationen

Da gezielte Situationen und Rahmenbedingungen oft dazu führen, dass Kinder keine Freunde finden, erfahren Sie nun etwas genauer, wie Sie in den einzelnen Situationen handeln können.

Das schüchterne und ängstliche Kind

Finden Kinder aufgrund ihrer Schüchternheit und Ängstlichkeit keine Freunde, können Sie das Kind langsam an größere Menschenmengen gewöhnen:

  • Gehen Sie gemeinsam an Orte, an welchen sich mehrere Menschen aufhalten.
  • Besuchen Sie das Schwimmbad.
  • Gehen Sie in einen Indoor-Spielplatz.
  • Gehen Sie in Spielgruppen oder in einen Verein.

Ganz egal, wohin Sie sich mit dem Kind begeben – sprechen Sie mit dem Kind über seine Gefühle und helfen Sie ihm, besser mit seiner Situation umzugehen.

Der Angeber, der sich ständig aufspielt

In manchen Fällen kommt es dazu, dass sich Kinder zu sehr aufspielen und angeben und aus diesem Grund keine Freunde finden. In diesem Fall können Sie Ihrem Kind:

  • Aufgaben zu Hause übertragen.
  • Verantwortung geben.
  • Möglichkeiten bieten, um sich zu beweisen.

Wenn es zuhause – im geschützten Rahmen – die Möglichkeit bekommt, sich zu beweisen, besteht eine gute Chance, dass es das nicht mehr in der Klasse macht und somit besser Kontakt zu anderen Kindern aufbauen kann.

Der Klassenclown

Hinter Kindern, die den Klassenclown spielen, stecken oft Kinder, die eigentlich nur um Anerkennung bitten. Sie wollen die Aufmerksamkeit von anderen Kindern und machen sich somit zum Klassenclown.

Sie können die durchaus vorhandenen Entertainment-Talente des Kindes aufgreifen und die Kreativität zu seinem Vorteil nutzen:

  • Schreiben Sie es in einem Theaterverein ein.
  • Denken Sie sich gemeinsam Geschichten aus.
  • Basteln Sie zusammen.

Allgemeine Tipps, um Ihr Kind beim Schließen von Freundschaften unterstützen zu können

Zu guter Letzt können Sie sich an den folgenden allgemeinen Tipps orientieren, die Ihnen dabei helfen können, Ihr Kind beim Schließen von Freundschaften zu unterstützen:

  • Bringen Sie dem Kind bei, wie es Konflikte am besten löst.
  • Leben Sie Ihrem Kind vor, wie Sie mit anderen Menschen interagieren und Freundschaften knüpfen/pflegen.
  • Machen Sie Rollenspiele und zeigen Ihrem Kind so, ohne es an den Pranger zu stellen, Möglichkeiten auf, um mit anderen Kindern in Kontakt zu treten.
  • Laden Sie einzelne Kinder gezielt ein und organisieren Sie gemeinsame Aktivitäten mit anderen Familien mit Kindern.  

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