Kind schreibt am Schreibtisch

Wie erkenne ich ein hochbegabtes Kind?

Wenn die Vermutung im Raum steht, dass ein Kind hochbegabt ist, suchen Eltern und auch Lehrer nach bestimmten Anzeichen, die diese Vermutung bestätigen. Aber, wie erkenne ich ein hochbegabtes Kind?

Vielleicht kennen Sie auch ein Kind, von dem Sie denken, dass es hochbegabt ist. Möglicherweise suchen sie nach bestimmten Anzeichen und Möglichkeiten, um feststellen zu können, ob Ihr Kind unter die Kategorie „Hochbegabt“ fällt.

Doch, was bedeutet es überhaupt, wenn ein Kind hochbegabt ist? Sprechen einige spezielle Merkmale für die Hochbegabung eines Kindes? Woran können Sie erkennen, ob ein Kind hochbegabt ist?

In diesem Artikel erhalten Sie eine Antwort auf all Ihre Fragen und kommen Ihrer Frage danach, ob ein Kind hochbegabt ist, ein Stück näher. Sie bekommen eine gezielte Antwort auf Ihre zentrale Frage „Wie erkenne ich ein hochbegabtes Kind?“

Was genau bedeutet „hochbegabt“ überhaupt?

Kind mit Kopfhörern schreibt

Eine fundamentale Frage, die sich für Eltern und auch Lehrkräfte stellt, ist die Frage danach, was unter dem Begriff „hochbegabt“ überhaupt zu verstehen ist. Denn, um eine Antwort auf die Frage „Wie erkenne ich ein hochbegabtes Kind?“ zu bekommen, muss erstmal die Frage bezüglich des Begriffes „hochbegabt“ geklärt werden. Wie sieht ein hochbegabtes Kind aus und unter welche Definition fällt es?

Interessant ist die Tatsache, dass es aus dem Blick der aktuellen Forschungslage betrachtet, keine genaue und einheitliche Definition des Begriffs „hochbegabt“ gibt. Viele unterschiedliche Modelle fassen den Begriff „hochbegabt“ auf und definieren ihn auf jeweils andere Art. Was die vielen Modelle jedoch allesamt als wichtigen Stichpunkt aufgreifen, ist der Aspekt der überdurchschnittlichen intellektuellen Leistungsfähigkeit.

Während alle hochbegabten Kinder (und später natürlich auch Erwachsenen) den Aspekt der überdurchschnittlichen intellektuellen Leistungsfähigkeit teilen, unterscheiden sie sich bezüglich verschiedene spezifischer Intelligenzfaktoren.

So weisen einige Kinder unter anderem folgende spezielle Intelligenzfaktoren in unterschiedlichem Ausmaß auf:

  • verbale Faktoren
  • räumlich-abstrakte Faktoren
  • mathematische Faktoren

Zu diesen Fähigkeiten gesellen sich nicht selten weitere Begabungsbereiche, wie unter anderem:

  • soziale Begabung
  • musische Begabung
  • bildnerisch-darstellende Begabung
  • psychomotorisch-praktische Begabung

Diese unterschiedlichen Faktoren stehen dabei in keinem Zusammenhang zueinander. Sprich: Bei jedem Menschen kommen sie mehr oder weniger ausprägt vor.

Unterkategorien

Der Begriff „hochbegabt“ lässt sich in verschiedene Unterkategorien aufteilen. So gelten zwar Menschen als hochbegabt, sofern sie einigen Kriterien entsprechen und einen entsprechenden IQ aufweisen, doch sie unterscheiden sich nicht nur bezüglich der Fähigkeiten. So besteht unter anderem ein Unterschied zwischen der durchschnittlichen und der überdurchschnittlichen Intelligenz. Auch zwischen der Gruppe der Hochbegabten und der Gruppe der Höchstbegabten machen Experten Unterschiede.

HochbegabtHöchstbegabt
Ab einem Prozentrang von 97,7 ProzentAb einem Prozentrang von 99,7 Prozent

Laut dieser Unterteilung in Hochbegabt und Höchstbegabt macht die Gruppe der „Höchstbegabten“ nur eine sehr kleine Gruppe unter den allgemein Hochbegabten aus.

Der IQ

Hand schreibt auf Papier

Einen sehr wichtigen Anhaltspunkt für die Hochbegabung eines Kindes stellt der Intelligenzquotient – IQ – dar. Die Ermittlung dieses IQ erfolgt mittels eines Intelligenztests. Je nachdem, welches Ergebnis dabei herauskommt, gilt ein Kind als hochbegabt oder nicht.

Erreicht ein Kind in einem solchen Test einen Wert von mindestens 130, entspricht das einem Prozentrang von 97,7. Je höher dieser Wert ausfällt, umso hochbegabter ist das Kind. Im Vergleich dazu: Ein Prozentrang von 50 entspricht dem Durchschnitt. Zu den Menschen und somit auch Kindern, die als hochbegabt zählen, gehören circa zwei bis drei Prozent der gesamten Bevölkerung.

Die Hochbegabung und die außergewöhnlichen Leistungen

In den Köpfen der Menschen hat sich das Bild festgesetzt, dass ein hochbegabter Mensch immer auch außergewöhnliche Leistungen erbringt. Allerdings ist es in diesem Zusammenhang wichtig, dass Sie sich vor Augen rufen, dass eine Hochbegabung keine Garantie für das Erbringen besonderer Leistungen darstellt. Besondere Leistungen geben somit nicht zwingend Aufschluss, wenn Sie sich die Frage „Wie erkenne ich ein hochbegabtes Kind?“ stellen.

Eine Hochbegabung alleine garantiert einem Kind keinen schulischen und auch keinen beruflichen Erfolg. Erfährt ein hochbegabtes Kind keine spezielle Förderung, besteht durchaus die Gefahr, dass es seine Fähigkeiten nicht gezielt einsetzt. Demnach bieten viele Institute und Experten spezielle Förderungen für hochbegabte Kinder an. So erhalten sie die Chance ihre Fähigkeiten und Potenziale vollkommen zu entfalten.

Die Hochbegabung in ihre Faktoren

Bezüglich des Erbringens außergewöhnlicher Leistungen spielen einige spezielle Faktoren eine Rolle. Unter anderem fallen unter diese Faktoren die Folgenden:

  1. Persönlichkeitsmerkmale
  2. Vermittelnde Faktoren
PersönlichkeitsmerkmaleVermittelnde Faktoren
Motivation Ausdauer Leistungsbereitschaft Temperament  Förderung im Elternhaus und in der Schule Akzeptanz von Kindern und Erwachsenen im Umfeld Familienklima Kritische Lebensereignisse.

Nur, wenn all diese Faktoren positiv zusammenwirken, bieten sich für das hochbegabte Kind die passenden Rahmenbedingungen. Diese braucht es, um seine Fähigkeiten vollkommen ausfalten, in aller erster Linie aber annehmen zu können.

Vergessen Sie dabei jedoch nie den Spruch „Übung macht den Meister“. Selbst, wenn ein Kind hochbegabt ist, bedeutet das nicht, dass es nicht üben und auch nicht lernen muss. Es mag ihm leichter fallen schneller schwere und komplexe Inhalte zu erfassen. Allerdings geht das nicht Hand in Hand mit der Tatsache, sich nicht für Erfolge anstrengen zu müssen. Folglich verlangt eine Hochbegabung durchaus nach einer gezielten Förderung.

Somit fließt in die Definition des Begriffs „Hochbegabung“ unter anderem die Tatsache mit ein, dass es sich bei der Hochbegabung um keine statische Eigenschaft handelt. Vielmehr will eine Hochbegabt stets gefördert werden, um sich so immer weiterentwickeln zu können.

Merkmale, an denen Sie ein hochbegabtes Kind erkennen

Kind in der Natur

Wenngleich sich die Hochbegabung bei einem Kind jeweils anders manifestiert, weisen hochbegabte Kinder allgemein einige bestimmte Anzeichen auf.

Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass ein Kind nicht zwangsläufig alle Merkmale erfüllen muss. Zu derselben Zeit fällt ein Kind, sofern es einige der unten genannten Merkmale erfüllt, nicht automatisch unter die Kategorie „hochbegabt“. Nutzen Sie diese Liste demnach ausschließlich als Orientierung. Ob ein Kind hochbegabt ist, stellen Experten anhand unterschiedlicher Untersuchungen fest.

Die Merkmale

Die Merkmale, die darauf hinweisen könnten, dass ein Kind unter die Kategorie „hochbegabt“ fällt, stellen die Folgenden dar:

  • Ein sehr frühes und sehr starkes Interesse an der Umgebung.
  • Das Überspringen der Babysprache. Es erfolgt sehr schnell die Bildung von Sätzen.
  • Ein recht früher und sehr umfangreicher Wortschatz.
  • Schon sehr früh besteht ein großes Interesse an Symbolen, wie unter anderem Buchstaben und Zahlen, aber auch bestimmten Marken und Firmen-Logos.
  • Das Stellen vieler Fragen. In vielen Fällen scheinen diese Fragen nicht altersgerecht zu sein.
  • Komplexe Zusammenhänge werden schnell erfasst. Das Kind erfasst diese Zusammenhänge jedoch nicht nur, sondern überträgt sein Wissen anschließend auch auf andere Fragestellungen.
  • Das Lernen bereitet dem Kind Spaß – selbst, wenn es sich bei dem Thema um ein komplexes Thema handelt.
  • Oft zeichnet sich ein hochbegabtes Kind durch einen äußerst ausgeprägten Gerechtigkeitssinn aus. Das geht mit der Tatsache einher, dass es Entscheidungen hinterfragt. Selbst, wenn das Kind den Sinn hinter bestimmten Entscheidungen erkennt, folgt es ihnen nicht immer zu 100 Prozent, sofern es nicht von ihnen überzeugt ist.
  • Fragen nach dem Ursprung des Lebens, aber auch nach dem Sinn des Lebens stellen für ein hochbegabtes Kind keine ungewöhnlichen Fragen dar.
  • Viele Dinge, wie zum Beispiel das Lesen und das Rechnen, bringen sich hochbegabte Kinder selbst bei. Sie können dabei in der Regel nicht erklären, wie sie das geschafft haben.
  • Intellektuelle Herausforderungen stellen Herausforderungen dar, die das Kind gerne annimmt.
  • Oft ist eine sehr stark ausgeprägte Phantasie vorhanden.
  • Hochbegabte Kinder können sich Dinge sehr gut merken und weisen demnach ein verblüffend gutes Gedächtnis auf.
  • Zwischenmenschliche Beziehungen stellen aufgrund der sehr großen Sensibilität ein heikles Thema dar.
  • Gleichaltrige sind nicht so interessant für hochbegabte Kinder. Sie spielen lieber mit älteren Kindern oder unterhalten sich mit Erwachsenen.
  • Das Bedürfnis nach Schlaf ist sehr gering.

Im Grunde genommen, findet diese Liste kein Ende. Jeder Mensch ist unterschiedlich, sodass sich auch jede Hochbegabung bei Kindern anders gestaltet. Denken Sie, anhand dieser Liste, ein hochbegabtes Kind zu kennen, wenden Sie sich mit ihm am besten an einen Experten.

Die Sache mit dem Erfolg und den psychischen Besonderheiten

Kind mit Bausteinen

Sehr viele Eltern und auch Lehrer gehen davon aus, dass ein hochbegabtes Kind größere Erfolge in der Schule verzeichnet als andere Kinder. Es besteht im Allgemeinen die Annahme, dass hochbegabte Kinder bessere Noten haben oder Klassen ohne Problem überspringen.

Sicherlich kommt das durchaus vor. Allerdings manifestiert sich bei anderen Kindern das Gegenteil. Fühlt sich das Kind unterfordert und langweilt sich, setzt das Gegenteil ein und das Kind schreibt schlechte Noten. Dieses Phänomen trägt die Bezeichnung „Underarchiever“. Somit kann auch „Underarchievement“ eine Antwort auf die Frage „Wie erkenne ich ein hochbegabtes Kind?“ geben.

Bei dem Underarchievement handelt es sich um die nicht zu erwartende Minderleistung. Sprich: Bei einem Underarchiever handelt es sich um ein Kind, das trotz seiner Begabung und seiner hohen Intelligenz nur mäßige bis gute Ergebnisse in der Schule liefert.

Ein weiteres Vorurteil besteht darin, dass Menschen denken, dass hochbegabte Kinder immer automatisch eine psychische Besonderheit oder gar eine psychische Störung aufweisen. Sicherlich steht es außer Frage, dass dies bei einigen hochbegabten Kindern der Fall ist. Allerding konnte die Wissenschaft nun mehrfach widerlegen, dass eine Hochbegabung zwangsläufig Hand in Hand mit psychischen Besonderheiten oder Störungen geht.

Faktoren, die das Verhalten beeinflussen können

Selbst, wenn ein hochbegabtes Kind keine psychische Besonderheit oder Störung aufweist, gibt es durchaus einige Faktoren, die das Verhalten des Kindes beeinflussen können. Unter diese Faktoren fallen unter anderem die Folgenden:

  • Angst davor, anders zu sein.
  • sozialer Stress, der von den Bedingungen des Umfelds abhängt.
  • komplizierte oder unkomplizierte Beziehung zu Erziehern oder Lehrkräften.
  • das Gefühl, eine bessere Leistung als andere Menschen erbringen zu können.
  • etc.

Der Intelligenztest

Weiter oben haben Sie bereits etwas mehr über den IQ erfahren. Doch, welche Rolle spielt er gezielt in dem Bezug auf die Hochbegabung eines Kindes? Der Intelligenztest, der den IQ eines Kindes misst, spielt eine sehr wichtige und fundamentale Rolle. Denn erst die Ergebnisse des Tests weisen darauf hin, ob ein Kind hochbegabt ist oder nicht.

Um die Intelligenz eines Kindes zu testen, greifen Experten auf viele unterschiedliche Intelligenztests zurück. Welcher Test seinen Einsatz findet, kommt immer darauf an, wie alt das Kind ist. So gibt es bereits einige Tests, die sich für das Testen der Intelligenz von Kindern ab 2,6 Jahren anbieten.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden, dass die Intelligenztests für Kinder auf eine große Kritik stoßen. Kritiker dieser Tests bemängeln, dass es sich bei diesen Tests um keine stabilen Ergebnisse handelt. Vielmehr sehen sie in den Ergebnissen Momentaufnahmen. Deshalb sollen sie keinen sicheren Aufschluss über die Intelligenz des Kindes geben.

Fakt ist, dass nur ein Intelligenztest Aufschluss über die Intelligenz eines Kindes und somit eine Antwort auf die Frage „Wie erkenne ich ein hochbegabtes Kind?“ gibt. Vermuten Sie also, dass ein Kind hochbegabt ist, achten Sie erst auf die genannten Anzeichen. Sollte es einige von ihnen erfüllen, wenden Sie sich am besten an die Eltern des Kindes. Diese wenden sich anschließend am besten an einen Experten, der die Vermutung nach der Hochbegabung durch unterschiedliche Tests entweder bestätigt oder widerlegt.

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