Mensch mit einem Joint im Mund

Wie reagieren, wenn Sohn kifft?        

Erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Jugend zurück? Ab und an mal haben Sie vielleicht an einer Zigarette gezogen oder auch ab und zu etwas Alkohol probiert, obwohl Sie eigentlich zu jung dafür waren. Doch, wie sagt man so schön? – Die Zeiten haben sich geändert. Die Jugendlichen von früher sind nicht mehr die Jugendlichen von heute. Immer öfter prägen verunsichernde und beängstigende Schlagzeilen die Zeitungen und digitalen Medien. Jugendliche, die dem Alkoholkonsum verfallen oder anfangen zu kiffen und nicht mehr aus der Sucht herausfinden. Wie kann man reagieren, wenn der eigene Sohn kifft? Was hilft? Wann handelt es sich noch um ein reines „Experiment“ und „Ausprobieren“ und, wann wird die Lage ernst?

Mit dem Kiffen ist es, wie mit vielen anderen Dingen – Eigentlich passiert sowas doch nur den Nachbarn, oder? Eigentlich hören Sie nur in den Medien von dem Cannabiskonsum, doch in Ihrer Familie kommt sowas bestimmt nicht vor. Der Neffe Ihres Kollegen hat angefangen zu kiffen und entsetzt hören Sie Gesprächen von Fremden im Bus zu, die sich über den Sohn einer Bekannten unterhalten. Doch Sie selbst hätten nie damit gerechnet, dass auch Ihr Kind anfangen könnte zu kiffen.

Wenngleich viele Eltern denken, dass so etwas nur den Nachbarn passiert, sprechen die Zahlen eine andere Wahrheit. Denn, Studien, die sich die aktuelle Lage unter den Jugendlichen etwas genauer angesehen haben, haben festgestellt, dass in etwa jeder dreizehnte Jugendliche zwischen dem Alter von 12 und 17 Jahren bereits mindestens einmal Hasch oder Marihuana (Cannabis) geraucht hat.

Natürlich fragen sich Eltern in diesem Fall, was sie tun können. Doch an erster Stelle stellt sich die Frage, wie Sie am besten reagieren, wenn Sie feststellen, dass Ihr Sohn kifft.

Was ist Kiffen überhaupt?

Mädchen mit Blume im Haar inhaliert Rauch

Wissen Sie überhaupt, was „Kiffen“ bedeutet? Bestimmt sind Sie bereits durch die Medien in den Kontakt mit diesem Begriff gekommen, doch können Sie ganz genau sagen, was sich hinter ihm verbirgt? Hinter dem Begriff „Kiffen“ versteckt sich in der Regel das Rauchen von Cannabis. Wenn bei Ihnen nun die Räder rattern und Sie das Gefühl haben, das Wort „Cannabis“ nicht nur mit negativen Dingen in Verbindung zu bringen, liegen Sie nicht falsch.

Denn auf der Welt existiert nicht nur eine Art Cannabis, sondern es finden sich sehr viele unterschiedliche Cannabispflanzen wieder. Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von der sogenannten Cannabis-Therapie gehört, die in der Form von Tropfen, Salben oder auch Tabletten und Kapseln dabei hilft Schmerzen zu lindern und unter Umständen sogar Krankheiten heilt.

Das Problem beim Kiffen besteht darin, dass die Jugendlichen nicht auf das medizinische Cannabis zurückgreifen, sondern Cannabis mit dem psychoaktiven Stoff THC rauchen.

Legaler medizinischer CannabisIllegaler Cannabis
Enthält nur einen sehr geringen Anteil an THC, der nicht weiter relevant ist und somit nicht ausreicht, um seine psychoaktiven Wirkungen zu entfalten.Enthält sehr große Mengen an THC, die unter Umständen und vor allem bei einem regelmäßigen Konsum weitreichende Folgen mit sich bringen können.

Zusammengefasst: THC macht Cannabis psychoaktiv und damit gefährlich. Nicht zu verwechseln ist medizinischer Cannabis, das für viele therapeutische Zwecke zum Einsatz kommt mit der THC-haltigen und illegalen Droge.

Kiffen Menschen nun Marihuana – was im Übrigen nur ein Synonym für das Wort Cannabis darstellt – entfaltet der psychoaktive Stoff nicht nur seine Wirkung, sondern er macht auf die Dauer auch abhängig. Der Jugendliche verlangt also nach und nach nach immer mehr Cannabis und gerät somit in einen Teufelskreis, aus welchem er alleine nur schwer ausbrechen kann. Aus diesem Grund handelt es sich bei Cannabis um eine so tückische Droge, die vielen Eltern Sorgen bereitet. Umso mehr Bedeutung trägt die Frage, wie man reagieren sollte, wenn der eigene Sohn kifft.

Kiffen Jugendliche nur oder nehmen sie Cannabis auch anders zu sich?

Sehr viele Jugendliche finden Spaß daran, Cannabis zu kiffen oder in Wasserpfeifen zu rauchen. Doch das Kiffen stellt nicht nur die einzige Möglichkeit dar, auf die Jugendliche zurückgreifen, um Cannabis zu konsumieren.

Vielleicht haben Sie auch schon einmal etwas von den beliebten Keksen gehört, die „high“ machen. Diese Kekse enthalten in der Regen Cannabis und gelangen über die Nahrung in den Körper der Menschen.

Wenngleich sich Jugendliche zwischen dem:

  • Dampfen
  • Rauchen
  • Essen

der psychoaktiven Droge entscheiden können, stellt die beliebteste Form das Rauchen eines sogenannten „Joints“ dar.

Warum liegt der Fokus auf Söhnen? – Ein paar Zahlen schaffen Klarheit

Person, deren Gesicht von Rauch bedeckt ist

Vielleicht haben Sie mit dem ersten Blick auf den Titel dieses Artikels ihre Stirn in Falten gelegt und mit der Nase gerümpft. Warum richtet sich der Fokus gezielt auf Söhne? Warum widmet sich dieser Artikel der Frage, wie Sie am besten reagieren, wenn Ihr Sohn kifft? Kiffen Mädchen nicht?

Die Antwort auf diese Frage finden Sie in einigen Ergebnissen unterschiedlicher Studien.

Diese haben sich etwas genauer mit dem Cannabis-Konsum unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschäftigt.

Natürlich machen auch Mädchen neue Erfahrungen, wenn sie in die Pubertät kommen und später das Jugendalter erreichen. Auch Mädchen trinken Alkohol, ziehen an Zigaretten und machen Dinge, von welchen sie eigentlich wissen, dass sie ihnen nicht guttun.

Doch bezüglich des Kiffens haben unterschiedliche Studien inzwischen festgestellt, dass vor allem Jungs die psychoaktive Droge kiffen. Das stellt auch den Grund für die Tatsache dar, dass sich dieser Artikel vor allem auf die Söhne konzentriert.

Wie viele Jugendliche kiffen überhaupt?

Cannabis

Wie schon gesagt – viele Eltern denken, dass ihnen das nicht passieren kann. Sie können sich nicht vorstellen, dass der eigene Sohn kifft und sich und seiner Gesundheit mit diesem Verhalten schadet. Doch die Zahlen zeigen etwas anderes.

In der Tat scheint, laut Aussagen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) der Anteil der Jugendlichen, die Cannabis kiffen oder auf andere Weise in ihren Organismus einführen, deutlich zugenommen zu haben. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat dabei nicht nur auf die steigenden Zahlen, sondern auch auf die möglichen Risiken aufmerksam gemacht. Für Eltern spielt es somit eine umso größere Rolle, die eigenen Kinder aufzuklären, zu beobachten und anzusprechen, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt.

Natürlich greift in aller erster Linie der Spruch: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Doch auch eine umfangreiche Aufklärung schützt nicht immer vor dem Kiffen. Sei es der Gruppenzwang oder ein anderer Grund, der Jugendliche zum Kiffen bringt – Eltern können es nicht immer vermeiden, dass der eigene Sohn kifft. Genau aus diesem Grund beschäftigt sich dieser Artikel mit der Nachsorge und damit, wie man reagieren sollte, wenn man herausfindet, dass der eigene Sohn kifft.

Denken Sie immer daran: Die Hinweise auf den Zigarettenschachteln halten die vielen Raucher nicht davon ab, sich die Zigaretten (die im Übrigen immer teurer werden) zu rauchen. Genau dieses Phänomen greift auch beim Cannabiskonsum unter Jugendlichen. Ein Zug wird schon keinen Schaden anrichten. Zwei Mal in der Woche wird schon nicht abhängig machen und schon hängt der Jugendliche in der Drogenfalle fest und kommt alleine nicht mehr aus ihr heraus.

Die aktuellen Zahlen

Eine der aktuellsten Studien, die sich auf das Jahr 2016 datiert, hat rund 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 25 Jahren befragt. Die Ergebnisse, die die Studie daraufhin veröffentlichte, lassen bei vielen Eltern die Allarmglocken schrillen: 16,8 Prozent der Befragten hatten mindestens einmal Cannabis konsumiert.

Im Vergleich dazu stellte die Studie die Zahlen aus dem Jahr 2018 und stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Tendenz gefährlich steigend ausfällt:

Anzahl der Jugendlichen, die Cannabis konsumierten im Jahr 2008Anzahl der Jugendlichen, die Cannabis konsumierten im Jahr 2016
11,6 Prozent16,8 Prozent

An dieser Stelle ist es auch interessant, zu beobachten, wie sich diese Zahl zwischen den Geschlechtern aufteilt. Unter den 7.000 Befragten befanden sich die folgenden Zahlen.

Jungen, die Cannabis konsumiertenMädchen, die Cannabis konsumierten
22,9 Prozent waren junge Männer10,3 Prozent waren junge Frauen (nur jedes 10. Mädchen!)

Damit klärt sich auch die Frage danach, wieso der Fokus mehr auf den Söhnen als auf den Töchtern liegt. Statistisch gesehen greifen deutlich mehr männliche Jugendlichen auf die psychoaktive Droge zurück als weibliche Jugendliche. Das schließt natürlich nicht aus, dass Sie die Ratschläge, die Sie im Anschluss erhalten, nicht auch auf Ihre Töchter anwenden können.

Denn, eine interessante Tatsache, die Sie immer im Hinterkopf behalten sollten ist, dass zwar deutlich weniger Mädchen kiffen, die Droge aber einen sehr viel stärkeren Effekt auf Mädchen hat und somit oft auch sehr viel gravierendere Risiken mit sich bringen kann.

Die Risiken, die das Kiffen mit sich bringt

Vermutlich einer der Gründe, der erklärt, warum sich das Kiffen einer so großen Beliebtheit unter den Jugendlichen erfreut, besteht darin, dass sehr viele Menschen weiterhin die Risiken von Cannabis unterschätzen.

Je regelmäßiger und je intensiver der Konsum der psychoaktiven Substanz ausfällt, umso mehr besteht das Risiko Bekanntschaft mit den unerfreulichen Nebenwirkungen und Folgen des Kiffens zu machen. Unter anderem belaufen sich die Risiken des Kiffens auf die folgenden Aspekte:

  • Entwicklung von Angststörungen
  • Zustandekommen einer Depression
  • Entstehen einer bipolaren Störung
  • Erhöhtes Risiko, an einer Psychose zu erkranken

Die Erklärung dafür, dass sich die Risiken vor allem auf die Psyche konzentrieren, liegt daran, dass es sich bei THC um einen psychoaktiven Stoff handelt. In gewissen Mengen beeinflusst dieser die Gehirnentwicklung negativ und führt unter Umständen zu Persönlichkeitsstörungen und anderen psychischen Erkrankungen.

Wie reagieren Sie nun am besten, wenn Ihr Sohn kifft?

Angezündeter Joint auf goldfarbigem Aschenbecher

Im ersten Moment dominiert der Schock. Sie hätten es sich nie vorstellen können, dass Ihr Sohn kifft. Nie im Leben hätten Sie damit gerechnet, dass Ihr Kind zu einer Droge greift und eine Abhängigkeit entwickelt.

Doch, wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind kifft, ist es wichtig, dass Sie Ihr Entsetzen, Ihre Wut und auch Ihre Enttäuschung zurückschieben und angemessen reagieren.

Das fällt schwer – keine Frage. Es fällt nicht leicht, einen klaren Kopf und Ruhe zu bewahren, wenn das eigene Kind Drogen konsumiert. Doch nur mit Ruhe und Verständnis finden Sie einen Zugang zu dem Kind. Vor allem dann, wenn delikate Gründe dazu geführt haben, dass Ihr Kind überhaupt zu der Droge gegriffen hat. Wie schon gesagt, kann es der reine Gruppenzwang sein, der Ihren Sohn zum Kiffen gedrungen hat, doch nicht immer steckt der Druck der anderen Jugendlichen hinter dem Kiffen. Manchmal versuchen Jugendliche auch ihre Probleme, Ängste und Sorgen in der Droge zu verdampfen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Mit Schreien, Schimpfen und Drohen kommen Sie also nicht weit. Vielmehr bedarf es an:

  • Ruhe
  • Vertrauen
  • Verständnis
  • Fürsorge
  • Durchhaltevermögen

Wie Sie nun genau reagieren können, wenn Ihr Sohn kifft, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten. Vorher ist es jedoch interessant und wichtig zu wissen, welche Anzeichen darauf hinweisen könnten, dass Ihr Kind überhaupt kifft. Denn, wie heißt es doch so schön? – Zu Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt. Das Jugendalter stellt nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch ihre Eltern vor eine große Herausforderung und manchmal legen die eigenen Kinder ein Verhalten an den Tag, welches sich Eltern schlicht und ergreifend nicht erklären können. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass die Kinder kiffen.

Anzeichen, die darauf hinweisen, dass Ihr Kind kifft

Bevor Sie sich der Frage widmen, wie Sie reagieren sollten, wenn Ihr Sohn kifft, stellt sich die wichtige Frage nach den Anzeichen eines Drogenkonsums. Woran erkennen Sie, dass Ihr Kind überhaupt kifft?

Die Anzeichen, die darauf hinweisen könnten, dass Ihr Sohn möglicherweise kifft, teilen sich auf verschiedene Ebenen auf:

Körperliche EbeneGeweitete Pupillen; Extreme Müdigkeit; Gerötete Haut der Augen; Heißhungerattacken
Ebene der BeziehungenIsolation; Ständiger Wechsel der Freundschaften; Abbruch von eigentlich sehr guten Freundschaften
VerhaltensebeneAbfallen der Leistungen in der Schule; Teilnahmslosigkeit, die immer mehr zunimmt; Vernachlässigen der Hobbies

Bevor Sie nun die Ratschläge durchlesen, die Ihnen dabei helfen zu verstehen, wie Sie am besten reagieren, wenn Sie herausfinden, dass Ihr Sohn kifft, sollten Sie nie direkt festlegen, dass Ihr Sohn kifft. Selbst, wenn die Anzeichen darauf hindeuten sollten, dass Ihr Sohn kifft, sollten Sie erst einmal versuchen herauszufinden, ob Sie mit Ihrer Vermutung recht haben. Damit ist auf keinen Fall das:

  • Lesen des Tagebuches
  • Durchsuchen der persönlichen Sachen
  • heimliche Befragen von Freunden

gemeint. All dies stellt nur eine Belastung und Gefährdung des Vertrauens dar, das eine fundamentale Rolle für die Beziehung zu Ihrem Sohn spielt. Beobachten Sie Ihren Sohn und sprechen ganz offen über Ihre Vermutungen und begründen Sie diese.

Tipps und Tricks für Sie als Eltern oder andere erwachsene Bezugsperson

Wie schon erwähnt, fällt es nicht leicht, die Ruhe zu bewahren, wenn Sie herausfinden, dass Ihr Sohn kifft. Doch, wenn Sie Ihrem Sohn helfen wollen, spielt es eine fundamentale Rolle, dass Sie die Ruhe bewahren und angemessen reagieren.

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit

Bild im Bilderrahmen mit Aufschrift "Some things take time"

Ihr Sohn kifft. Dieser Satz mag sich im ersten Moment so unrealistisch anhören, wie der Satz, dass Einhörner in Ihrem Vorgarten stehen und Elfen die Hausarbeit erledigen. Doch, je mehr Zeit Sie sich geben und je klarer Sie sich mit der Situation beschäftigen, umso mehr werden Sie die Lage verstehen.

Geben Sie sich Zeit, um den ersten Ärger und die Sorgen beiseiteschieben und sich stattdessen voll und ganz auf Ihren Sohn konzentrieren zu können.

Wenn Sie sich die Zeit für die erste Verarbeitung dieser Information geben, nehmen Sie Ihren leeren Drohungen und Gardinenprädigen, die automatisch einsetzen zu scheinen, wenn Sie sich Sorgen machen, den Wind aus den Segeln. Machen Sie Ihrer eigenen Überforderung nicht über Drohungen Luft, sondern führen Sie sich vor Augen, dass nicht nur Sie, sondern vermutlich auch Ihr Sohn überfordert mit der Situation ist.

Sprechen Sie über Ihre Gefühle

  • „Du wirst noch kriminell.“
  • „Wenn man Cannabis raucht, versinkt man im Drogensumpf.“
  • „Man kann dafür früher oder später richtig Probleme bekommen.“

All diese Aussagen entspringen dem Schock und sind auch durchaus nicht unnormal. Nur leider bringen sie recht wenig und tragen absolut nicht zur Lösung bei. Wie Sie reagieren, wenn Ihr Sohn kifft? – Auf keinen Fall mit Verallgemeinerungen und mit dem Wort „man“.

Sprechen Sie nicht allgemein von Drogen-Konsumenten und Drogenabhängigen, sondern sprechen Sie von sich selbst, Ihren Gedanken und Ihren Ängsten.

Planen Sie ein Gespräch mit Ihrem Kind und planen bereits im Voraus, was Sie sagen wollen:

  • Was fühlen Sie?
  • Wovor haben Sie Angst?
  • Was wünschen Sie sich?
  • Wie können Sie helfen? Welche Hilfe können Sie anbieten?
  • Welche Vorwürfe würden Sie Ihrem Kind am liebsten an den Kopf werfen?
Aufschrift "How are you really?" auf Hauswand.

All diese Fragen können Ihnen dabei helfen, sich auf das Gespräch mit Ihrem Sohn vorzubereiten, wenn Sie ihn auf das Kiffen ansprechen. Vor allem die letzte Frage „Welche Vorwürfe würden Sie Ihrem Kind am liebsten an den Kopf werfen?“ stellt eine wichtige Frage dar.

Denn natürlich schwirren in Ihrem Kopf Vorwürfe herum, die raus wollen. Schreiben Sie sich diese Vorwürfe auf und verarbeiten Sie sie.

Verdrängen Sie sie nicht, werfen Sie sie Ihrem Sohn jedoch auch nicht an den Kopf. Machen Sie den Vorwürfen Luft, bevor Sie das Gespräch mit Ihrem Sohn suchen. Andernfalls riskieren Sie, dass sich diese ihren Weg bahnen und doch aus Ihrem Mund kommen, ohne dass Sie das wirklich wollen.

Stellen Sie Ihrem Sohn Fragen

Steine und auf einem Stein ein schwarzes Fragezeichen

Ein weiterer Tipp, der dabei hilft, Ihnen eine Antwort auf die Frage zu geben, wie Sie am besten reagieren, wenn Ihr Sohn kifft, besteht darin, Fragen an Ihren Sohn vorzubereiten. Nachdem Sie den Vorwürfen und Sorgen alleine und nicht in der Anwesenheit Ihres Sohnes Luft gemacht haben, können Sie sich damit beschäftigen, welche Fragen Sie Ihrem Sohn stellen wollen.

Achten Sie dabei jedoch immer darauf, nicht in die Falle eines Verhörs zu tappen. Schaffen Sie immer eine angenehme und von Vertrauen geprägte und nicht wertende Atmosphäre, ohne Ihren Sohn an den Pranger zu stellen.

Fragen, die Sie Ihrem Sohn stellen können, sind unter anderem die Folgenden:

  • Warum kiffst du?
  • Was gefällt dir am Kiffen? Was gibt dir das Kiffen, was du sonst nicht bekommst?
  • Nutzt du das Kiffen, um dich abzulenken? Wenn ja, wovon möchtest du dich ablenken? Hast du das Gefühl, dass es keine andere Möglichkeit gibt, um dich ablenken zu können?

Zu guter Letzt: Verwechseln Sie einen Probierkonsum nicht mit Abhängigkeit und hören Sie Ihrem Sohn zu. Versuchen Sie zu verstehen, ob hinter dem Kiffen möglicherweise ernste Themen, wie:

  • Überforderung in der Schule
  • Ängste
  • Probleme
  • Traumata
  • etc.

stecken können und suchen Sie sich, wenn Sie sich mit der Situation überfordert fühlen, Hilfe.

Hier bekommen Sie und Ihr Sohn Hilfe

"Ask for help" aus Holzsteinen gelegt

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Sohn eine Abhängigkeit entwickelt hat oder Angst haben, dass eine Abhängigkeit entstehen könnte, holen Sie sich am besten rechtzeitig Hilfe. Sie können Ihrem Kind nur helfen, wenn Sie sich selbst eingestehen, mit der Situation überfordert zu sein.

Zwar haben Sie hier Tipps bekommen und wissen, wie Sie vorerst reagieren können, wenn Ihr Sohn kifft, doch das bedeutet nicht, dass Sie keine externe Hilfe in Anspruch nehmen dürfen. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an:

  • Drogen- und Suchtberatungsstellen
  • Erziehungsberatungsstellen
  • informative Seiten über das Kiffen im Internet

und klären nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Sohn auf.

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