Kind in der Bowlinghalle

Was für Beeinträchtigungen gibt es?

Untersuchungen und Studien zufolge lebt jeder zehnte Mensch in Deutschland mit einer Behinderung. Bei einem Viertel aller Betroffenen handelt es sich um Kinder und Jugendliche. Die Frage, die sich viele Menschen in diesem Zusammenhang stellen, ist die Frage, was eine Beeinträchtigung überhaupt ist. Welche Aspekte spielen mit in eine Behinderung rein? Teilt sich eine solche Beeinträchtigung möglicherweise in unterschiedliche Formen auf? Was für Beeinträchtigungen gibt es?

Das sagen die Zahlen

Zwei Menschen - einer steht, der andere sitzt im Rollstuhl

Im Jahr 2011 hat das statistische Bundesamt eine Untersuchung durchgeführt und in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass circa 7,3 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Beeinträchtigung leben. Damit haben sie den Schwerbehindertenstatus. Diese Zahlen entsprechen, in Prozent ausgedrückt, 8,9 Prozent der Bevölkerung.

Interessant ist auch die Tatsache, dass Menschen zwischen 55 und 75 Jahren am meisten mit Beeinträchtigungen leben, was darauf hindeutet, dass zwar einige der Beeinträchtigungen durchaus angeboren sind, viele Menschen jedoch erst im Laufe ihres Lebens mit einer Behinderung zu kämpfen haben.

Um ganz genau zu sein, teilen sich die Beeinträchtigungen folgenermaßen auf die Menschen auf:

AlterProzentzahl
75 Jahre29,9 Prozent
Zwischen 55 und 75 Jahre45,8 Prozent
Unter 25 Jahre4 Prozent

Wie Sie also sehen können, leiden Kinder und Jugendliche nur sehr selten unter Behinderungen. Allerdings wissen viele Eltern von Kindern und Jugendlichen, die unter einer Beeinträchtigung leiden, oft nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen. Aus diesem Grund beschäftigt sich dieser Artikel nicht nur mit den unterschiedlichen Arten der Beeinträchtigungen, sondern er geht auch genauer auf die Eltern ein. So erfahren Sie unter anderem genauer, wo Kinder mit Beeinträchtigungen eine gezielte Förderung erhalten und wie Sie als Erwachsene besser mit der Behinderung umgehen können.

Diese Arten der Beeinträchtigungen gibt es

Person mit Hörgerät

Eine Beeinträchtigung ist nicht gleich eine Beeinträchtigung. Ganz von der Tatsache abgesehen, dass sich Behinderungen in verschiedene Härtegrade einteilen lassen, können Menschen unter vollkommen unterschiedlichen Arten der Beeinträchtigung leiden.

Am besten wenden Sie sich direkt an einen Fachmann, um von ihm feststellen zu lassen, unter welcher Behinderung Ihr Kind leidet. – Denn es gibt viele Beeinträchtigungen. Ein Fachmann verfügt über die Fähigkeit die verschiedenen Beeinträchtigungen, die es gibt, voneinander zu differenzieren und zu prüfen, ob möglicherweise mehrere Behinderungen gleichzeitig vorliegen.

An und für sich teilen sich die Beeinträchtigungen in die folgenden Kategorien ein:

  • Körperliche Behinderung
  • Geistige Behinderung
  • Sinnesbehinderung
  • Sprachbehinderung
  • Psychische Behinderung
  • Lernbehinderung

Die folgenden Abschnitte gehen etwas genauer auf die einzelnen Kategorien der Beeinträchtigungen ein.

Körperliche Behinderung

Die erste Kategorie der Beeinträchtigungen, die es gibt, stellt die körperliche Behinderung dar. Bei einer körperlichen Behinderung handelt es sich, wie es der Begriff so schön andeutet, um eine Behinderung eines oder mehrerer Körperteile. Diese Beeinträchtigung prägt sich dabei so sehr aus, dass Betroffene eine starke Einschränkung durch sie erfahren, weshalb in diesem Fall die Rede von einer Behinderung ist.

Ausschlaggebend für eine körperliche Behinderung ist die Tatsache, dass Betroffene die Einschränkung dauerhaft haben und bestimmte Dinge somit nicht so durchführen können, wie es ohne die Beeinträchtigung der Fall wäre.

Eine gute Nachricht für Menschen mit einer körperlichen Behinderung besteht darin, dass die Medizin in der heutigen Zeit immer größere und schneller Fortschritte macht. Diese Fortschritte beziehen auch die Tatsache in sich ein, dass viele Beeinträchtigungen inzwischen deutlich gelindert und in einigen Fällen sogar vollkommen geheilt werden können.

Geistige Behinderung

Die zweite Form der Beeinträchtigung, auf welche dieser Artikel etwas genauer eingehen möchte, stellt die geistige Behinderung dar. Unter ihr verstehen Fachleute eine deutliche und überdurchschnittliche Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten.

Die kognitiven Fähigkeiten umfassen unter anderem:

  • Wahrnehmung
  • Aufmerksamkeit
  • Denken
  • Lernen
  • Erinnerung
  • Motivation
  • Konzentration

Eine besonders bekannte Form der geistigen Behinderung stellt das Down-Syndrom dar.

Sinnesbehinderung

Wie Sie sehen, teilen sich die Beeinträchtigungen in weitaus mehr Kategorien ein, als Sie vielleicht vermuten würden. So leiden Menschen nicht nur unter körperlichen und geistigen Behinderungen, sondern treffen unter anderem auch auf Sinnesbehinderungen.

Bei einer Sinnesbehinderung handelt es sich, wenn Sie genau sind, um einen Oberbegriff, der alle Hör- und Sehbeeinträchtigungen unter sich zusammenfasst. So zählen unter anderem die Folgenden Beeinträchtigungen unter die Kategorie der Sinnesbehinderungen:

  • Schwerhörigkeit
  • Gehörlosigkeit
  • Blindheit
  • Fehlsichtigkeit
  • Taubblindheit

In einigen Fällen umfasst eine Sinnesbehinderung auch den Tast- und Geschmackssinn. Vor allem Kinder leiden sehr stark unter dieser Form der Beeinträchtigung. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Sinne bezüglich der kindlichen Entwicklung eine äußerst fundamentale Rolle spielen. Erfahren Kinder in jungen Jahren eine Einschränkung eines Sinns oder mehrerer Sinne, führt dies zu einer eingeschränkten Entwicklung des Kindes.

Wie es auch bei anderen Beeinträchtigungen der Fall ist, präsentiert sich auch die Sinnesbehinderung in verschiedenen Härtegraden. Ein Beispiel stellen unter anderem die Schwerhörigkeit und die Gehörlosigkeit dar. Die Grenzen sind fließend, genauso wie es bei der Einschränkung der Sehfähigkeit und der Blindheit der Fall ist.

Gebärdensprache als Teil der Sinnesbehinderung

"Love" mit den Fingern gezeigt

Um Menschen mit einer Sinnesbehinderung – vor allem, wenn sie nicht sprechen oder nicht hören können, die Kommunikation zu erleichtern, nutzen Betroffene die sogenannte Gebärdensprache. Mit ihr kommunizieren sie, treffen jedoch immer wieder auf das Problem, dass nur wenige andere Menschen, die keine Einschränkung aufweisen und niemanden kennen, der unter einer Behinderung leidet, diese Sprache nicht sprechen.

Für diese Zwecke sind viele auf einen sogenannten Gebärdendolmetscher angewiesen, der in diesem Fall übersetzt und vermittelt.


Interessant ist vor allem die Tatsache, dass Menschen, die eine Einschränkung eines Sinnes erfahren, oft einen anderen Sinn besonders stark nutzen und somit fördern. Menschen, die nicht gut oder gar nicht sehen, verfügen aus diesem Grund oft über einen besonders stark ausgeprägten Tastsinn, mit dem sie ihre Umwelt genauer wahrnehmen.

Sprachbehinderung

Leiden Menschen unter Störungen bezüglich des Erwerbs der Sprache oder können sie nicht fließend sprechen, handelt es sich um eine sogenannte Sprachbehinderung. Ausschlaggebend für sprachbehinderte Menschen ist die Tatsache, dass sie ihre Muttersprache weder in Laut noch in Schrift altersgerecht gebrauchen.

Vielleicht haben Sie in diesem Zusammenhang auch schon einmal von den Begriffen der Sprachentwicklungsstörung oder der Sprachentwicklungsverzögerung gehört. Greifen Sie bei einem Kind rechtzeitig ein, kann es durch eine spezielle Förderung und Therapie durchaus eine Verbesserung der Sprache erfahren.

Psychische Behinderung

Eine psychische Behinderung trägt unter anderem die Bezeichnung der seelischen Behinderung und fasst alle Abweichungen des Erlebens und des Verhaltens unter sich zusammen. In der Regel bezieht sich eine psychische Behinderung in diesem Zusammenhang auf die folgenden Bereiche des menschlichen Lebens/Körpers:

  • Denken
  • Fühlen
  • Handeln

Eine psychische Beeinträchtigung, unter der Kinder leiden können, stellt ADHS dar.

Lernbehinderung

Die letzte Kategorie, die in dem Bezug auf die verschiedenen Beeinträchtigungen eine Rolle spielt, stellt die Lernbehinderung dar. Wie Sie sich vielleicht bereits anhand der Bezeichnung denken können, handelt es sich bei einer Lernbehinderung um eine umfangreiche und zudem länger andauernde Beeinträchtigung des Lernens.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch gesagt werden, dass Statistiken über Behinderungen nicht gezielt auf die Lernbehinderung eingehen. Denn, genau genommen, fällt eine solche Lernbehinderung nicht unter die Kategorie der Behinderungen. Aus diesem Grund fällt es auch schwer, Aussagen bezüglich der Häufigkeit dieser Lernbehinderungen zu treffen.

Ursachen für Beeinträchtigungen

Eine Frage, die sich viele Menschen stellen, besteht in dem „Warum“. Sprich: Welche Ursachen können zu einer Beeinträchtigung führen? Wie Sie weiter oben anhand der Zahlen sehen konnten, werden die wenigsten Kinder mit einer Beeinträchtigung geboren. Demnach gewinnt die Frage nach den möglichen Ursachen, die zu einer solchen Beeinträchtigung führen können, noch mehr an Bedeutung und Gewicht.

In der Tat unterscheiden auch Fachleute zwischen den Behinderungen, die angeboren und Behinderungen, die erst nach der Geburt entstanden sind.

Angeborene BehinderungNach der Geburt entstandene Behinderungen
Oft handelt es sich bei diesen Behinderungen um Beeinträchtigungen, die durch den Vererbungsprozess entstehen oder auf einer Schädigung basieren, die vor der Geburt passiert ist.   Nicht umsonst warnen Experten schwangere Frauen immer wieder vor dem Genuss von Alkohol und Zigaretten und selbstverständlich auch Drogen während der Schwangerschaft.Bei Beeinträchtigungen, die nach der Geburt entstanden sind, handelt es sich nicht selten um Folgen von Krankheiten, körperlichen Schädigungen oder auch schlicht und ergreifend Alterungsprozessen.

Auch in diesem Zusammenhang hat das statistische Bundesamt ein paar Untersuchungen durchgeführt und dabei bezüglich der Behinderungen, die nach der Geburt entstehen, Folgendes festgestellt:

  • 83,4 Prozent der Behinderungen basieren auf einer Krankheit.
  • 1,9 Prozent der Beeinträchtigungen entstehen durch eine Berufskrankheit oder durch einen Unfall.
  • 0,6 Prozent der Behinderungen kamen in dem Rahmen des Wehr- oder Zivildienstes, sowie durch Schädigungen im Krieg zustande.

Im Gegensatz dazu leiden circa 4,1 Prozent unter einer angeborenen Behinderung oder unter einer Beeinträchtigung, die innerhalb des ersten Lebensjahres auftritt. Die meisten Beeinträchtigungen, die es gibt, stehen somit im Zusammenhang mit einer Krankheit.

Wie gehe ich mit der Beeinträchtigung um?

Text "Everyone ist welcome"

Eine nicht einfache und zudem besonders delikate Frage, stellt die Frage nach dem Umgang mit Betroffenen um. Wie gehen Sie mit Kindern und Erwachsenen um, die unter einer Beeinträchtigung leiden?

Viele Menschen lassen sich dazu verleiten, mitleidig auf Menschen mit Beeinträchtigung zu reagieren. Oft ist jedoch genau das der falsche weg. Menschen mit Beeinträchtigungen wollen nicht bemitleidet, sondern wie ganz normale Menschen behandelt werden. Das heißt zu derselben Zeit jedoch natürlich nicht, so zu tun, als existiere die Behinderung nicht.

Wie Sie sehen, ist es gar nicht so leicht, einen Weg zu finden, um Menschen mit einer Behinderung gegenüberzutreten. Wichtig ist, dass Sie nicht starren, sondern Fragen stellen, wenn Sie neugierig sind. Betroffene geben immer wieder an, dass sie lieber gefragt werden, anstatt sich die ganze Zeit beobachtet fühlen zu müssen, weil Menschen um sie herum starren.

Sprechen Sie mit den Betroffenen und teilen Sie ihnen durchaus mit, dass auch Sie überfordert sind und sich erst an die Situation gewöhnen müssen. Gemeinsam werden Sie einen Weg finden, um einen guten Umgang mit der Beeinträchtigung zu finden. Alle Beeinträchtigungen, die es gibt, haben einen ganz persönlichen Weg, um gehandhabt zu werden.

Die Wichtigkeit der Förderung

Nicht nur ein richtiger Umgang mit der Behinderung spielt eine wichtige Rolle. Auch die Förderung der Betroffenen sollte nie zu kurz kommen. Allerdings bezieht sich die Förderung dabei nicht nur auf die Beeinträchtigung, sondern auch auf die Rahmenbedingungen rund um die Beeinträchtigung herum.

Es ist vollkommen normal, dass die Beeinträchtigung auf das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Betroffenen schlägt. Vor allem Kinder, die unter einer Beeinträchtigung leiden, merken früher oder später, dass sie „anders“ sind. Sie können bestimmte Dinge, die Kinder in ihrem Alter können, nicht..

Aus diesem Grund liegt es in der Verantwortung der Eltern die Kinder in diesem Fall gezielt in ihrem Selbstvertrauen und ihrem Selbstbewusstsein zu fördern. Das bedeutet im Klartext, dass Sie den Fokus auf all die Fähigkeiten legen, die das Kind hat. Unterstützen Sie es darin, seine Fähigkeiten noch mehr auszubauen, anstatt sich zu sehr auf die Dinge zu konzentrieren, die es aufgrund seiner Beeinträchtigung nicht machen kann.

An wen Sie sich für die Förderung wenden können

Sicherlich spielt der Umgang mit der Beeinträchtigung des Kindes im Elternhaus eine fundamentale Rolle. – Das trifft auf alle Beeinträchtigungen zu, die es gibt. Allerdings brauchen Betroffene auch eine fachmännische Betreuung. Deshalb sollten Sie sich so schnell wie möglich an entsprechende Einrichtungen wenden. Oft erhalten nicht nur betroffene Kinder Hilfe. Auch Sie als Eltern erfahren bezüglich des Umgangs mit der Behinderung eine wertvolle Unterstützung.

Zu den individuellen Fördermaßnahmen, die natürlich immer auf die jeweilige Situation und Beeinträchtigungen abgestimmt werden müssen, gehören unter anderem die Folgenden:

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädische Behandlung

Um Ihnen auch als Eltern ab und an etwas Freiraum zu schaffen, um durchatmen zu können, existieren zudem Betreuungseinrichtungen mit speziellen Förderangeboten, die Kinder in Anspruch nehmen können. In diesem Zusammenhang spielt auch die Inklusion eine wichtige und tragende Rolle. Wenn Sie mehr über das Thema „Inklusion“ erfahren wollen, lesen Sie sich diesbezüglich gerne die gezielten Beiträge dazu durch.  

Die Rolle der Eltern

Vater mit Sohn

Stellen Sie sich vor, wie schwer es Ihrem Kind fallen muss, seine Beeinträchtigung zu akzeptieren und mit ihr klar zu kommen, wenn bereits Sie als Eltern zu kämpfen haben.

Die Situation zu akzeptieren stellt sowohl für die Betroffenen selbst, als auch für das Umfeld einen schweren und vor allem langen Prozess dar. Kinder brauchen dabei vor allem die Unterstützung ihrer Eltern.

Um voll und ganz für das Kind dasein und Ihre Konzentration auf die Situation richten zu können, nehmen Sie am besten das Angebot unterschiedlicher Vereine in Anspruch. So stehen Eltern behinderter Kinder Selbsthilfegruppen zum Angebot.

Dort erfahren Sie nicht nur seelische Unterstützung durch ausgebildetes Personal. Sie kommen auch in den Kontakt mit anderen Eltern, die sich in ähnlichen Situationen befinden.

Nehmen Sie sich zudem nicht zu viel vor und muten Sie sich vor allem nicht zu viel zu. Seien Sie nicht zu stolz, nach Hilfe und Unterstützung zu fragen und sprechen entweder mit Angehörigen und Freunden oder auch Fachleuten in einer Beratungsstelle bezüglich möglicher Unterstützungen.

Zu guter Letzt: Trauen Sie Ihrem Kind Dinge zu. Eltern neigen oft dazu, Kinder mit Beeinträchtigungen in Watte zu packen. So wollen sie sie vor der Umwelt und anderen negativen Erfahrungen schützen. Allerdings ist es wichtig, dass Ihr Kind dennoch die Erfahrungen macht, die mit zu seiner Entwicklung gehören. Natürlich sollte dies immer innerhalb der persönlich möglichen Grenzen erfolgen. Allerdings helfen Sie Ihrem Kind am besten, sich dennoch bestens zu entwickeln, wenn Sie ihm eine möglichst selbstständige und unabhängige Entwicklung ermöglichen.

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