Mehrer Hände zusammen

Was versteht man unter dem Begriff Inklusion?

Bestimmt sind Sie schon einmal in den Kontakt mit dem Begriff „Inklusion“ gekommen. Doch, was versteht man unter dem Begriff „Inklusion“? Könnten Sie erklären, was mit dem Begriff gemeint ist? Sind Sie sich wirklich bewusst darüber, wieso die Inklusion eine so wichtige Rolle in der Gesellschaft einnimmt?

  • Jeder Mensch ist einzigartig.
  • Jeder Mensch hat es verdient, mit Würde behandelt zu werden.
  • Jeder Mensch hat einen unendlich großen Wert, der sich nicht messen lässt.
  • Jeder Mensch verdient dieselben Chancen.

Basierend auf diesen Aussagen spielt die Inklusion eine sehr große und wichtige Rolle und geht alle Menschen etwas an.

  • Inklusion geht Sie etwas an, wenn Sie ein Kind mit Behinderung haben.
  • Inklusion geht Sie etwas an, wenn Sie kein Kind mit Behinderung haben.
  • Inklusion geht Sie etwas an, wenn Sie gar keine Kinder haben.

Menschenrechte gehen alle Menschen etwas an und alle Menschen haben die Verpflichtung, sich für das Einhalten der Menschenrechte einzusetzen.

Denn genau das ist, was man unter dem Begriff Inklusion versteht – ein Menschenrecht!

Was genau ist Inklusion?

Mann mit Junge mit Down-Syndrom

Es fällt nicht immer leicht – oft fühlen Sie sich verloren. Sie wissen nicht, wie Sie einem Menschen mit Behinderung gegenübertreten sollen. Sollen Sie ihn auf seine Behinderung ansprechen? Sollen Sie ihn anders behandeln? Ist es womöglich besser so zu tun, als ob er gar keine Behinderung hat? Welches Verhalten ist richtig und verkörpert das, was man unter dem Begriff Inklusion versteht?

Zugegeben – anfangs mag es schwerfallen für sich selbst herauszufinden, wie man am besten mit Menschen mit Behinderung umgeht. Führen Sie sich dabei immer vor Augen, dass das Problem von Ihnen ausgeht. Sie stellen sich zahlreiche Frage, während Menschen mit Behinderung schlicht und ergreifend mit am täglichen Leben teilnehmen wollen.

Verbannen Sie all die Fragen in den Hintergrund und treten Menschen mit Behinderung ganz normal gegenüber. Denn genau das möchte der Begriff „Inklusion“ sagen. Der Begriff Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich und vollkommen automatisch mit dazu gehört. Jeder Mensch stellt einen wichtigen Teil der Gesellschaft dar und spielt eine fundamentale Rolle in ihr. Jeder Mensch lernt von anderen Menschen – wie sagt man so schön? „Das Leben ist ein Geben und ein Nehmen!“

Jeder Mensch gehört dazu!

Basierend auf der Definition des Begriffs „Inklusion“, gehört jeder Mensch unabhängig von:

  • Behinderungen
  • Sprachen
  • sexueller Orientierung
  • äußeren Erscheinungsbildern
Hände fassen sich an

mit zu der Gemeinschaft und nimmt somit ganz normal an ihr Teil. Es spielt keine Rolle, woher ein Mensch kommt und, ob er eine Behinderung hat – jeder Mensch hat denselben unschätzbaren Wert, der ihn einzigartig und wichtig für die Gesellschaft macht. Sie haben etwas zu geben, genauso wie all die anderen Menschen um Sie herum etwas wichtiges zu geben haben.

Wollen Sie noch einmal zusammenfassen, was man unter dem Begriff „Inklusion“ versteht und ihn noch einmal ganz genau definieren, bedeutet er Folgendes:

  • Ein Miteinander, in dem keine Person ausgeschlossen wird und jeder mitmanchen darf.
  • Jeder Mensch stellt einen anerkannten Teil der Gesellschaft dar und kann etwas wertvolles zu ihr beitragen.
  • Jeder Mensch der Gesellschaft genießt dieselben Rechte und sind somit gleichberechtigt.
  • Aufgrund der Unterschiede der Menschen, kann jeder von jedem lernen.
  • Kein Mensch wird ausgegrenzt.
  • Menschen mit Behinderung wird von Anfang an anerkannt und ist somit von Anfang an mit dabei.

Das ist Inklusion nicht

Inklusion bedeutet nicht, alle Menschen in eine Schublade zu stecken. Natürlich weisen Menschen Unterschiede auf. Allerdings stellen diese Unterschiede keinen Nachteil, sondern einen unglaublich wertvollen Vorteil dar. Der Unterschied der Menschen erlaubt Ihnen von anderen Menschen zu lernen und selbst etwas zur Gesellschaft beitragen zu können. Stellen Sie sich einmal eine Welt vor, in der alle Menschen gleich sind. – Das wäre eine recht langweilige Welt. Durch die Unterschiede wird aus der schwarz-weißen Welt eine bunte Welt, in der alle Nuancen der einzelnen Farben des Farbspektrums vertreten sind.  

Stellen Sie sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie Sie am besten mit Behinderungen oder anderen Unterschieden umgehen, lautet die Antwort auf diese Frage: vollkommen normal! Machen Sie sich nicht so viele Probleme und stellen Sie sich nicht zu viele Fragen. Je mehr Fragen Sie sich stellen, umso mehr blockieren und verunsichern Sie sich. Verhalten Sie sich vollkommen normal und natürlich, vor allem aber mit Respekt.

Die Inklusion als Menschenrecht

Wie schon angedeutet, handelt es sich bei der Inklusion nicht um eine Option, bei der es schön ist, mitzumachen. Jeder Mensch hat die Pflicht, die Inklusion zu leben und umzusetzen. Das, was man unter dem Begriff Inklusion versteht, ist ein wichtiges und unantastbares Menschenrecht, das alle Menschen betrifft. Sie sind von der Inklusion betroffen und haben die Pflicht dafür zu sorgen, dass sie von der Theorie zur Praxis wird.

Inklusion ist somit keine Heldentat, sondern eine Selbstverständlichkeit. Kein Mensch verdient eine besondere Anerkennung dafür, dass er alle Menschen mit Würde und Respekt behandelt und so akzeptiert und einbezieht, wie sie sind. Es handelt sich hierbei um die wichtigen Grundlagen eines respektvollen und menschenwürdigen Miteinanders.

Doch, wo genau steht das, dass es sich bei der Inklusion um ein Menschenrecht handelt? – In der UN-Behindertenrechtskonvention! In ihr steht das Recht auf Inklusion festgeschrieben. Es handelt sich hierbei um einen Vertrag, den sehr viele Länder unterschrieben haben – unter ihnen befindet sich auch Deutschland. Allerdings müssen die einzelnen Länder noch sehr viele Schritte gehen, um das Ziel der „Inklusion“ zu erreichen.

Seien Sie ein wichtiger Bestandteil, um dem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Werden Sie aktiv und lösen sich von Ihren Ängsten und Bedenken.

Die Sache mit den Sympathien

Jetzt mögen Sie sich vielleicht Fragen, wie es mit den Sympathien aussieht. Was machen Sie, wenn Ihnen ein Mensch nicht sympathisch ist? Müssen Sie trotzdem eine Beziehung zu ihm aufbauen und Zeit mit ihm verbringen?


Nein!

Aber, einen Menschen mit Respekt und Würde gegenüber zu treten, ihn dennoch nicht sympathisch zu finden, schließt sich jedoch nicht aus. Wenn der Grund für die fehlende Sympathie eine Behinderung, eine Sprache, ein anderes Aussehen oder auch eine sexuelle Orientierung sind, sollte der persönliche Standpunkt dringend überdacht werden. Spielen all diese Aspekte keine Rolle und klicken Sie mit bestimmten Menschen schlicht und ergreifend nicht, ist das weder verwerflich noch gegen die Inklusion. Solange Sie die Menschen nicht ausschließen und Ihnen mit Respekt und Würde gegenübertreten können sie Inklusion leben, ohne zwingend mit allen Menschen klicken oder in eine freundschaftliche Beziehung treten zu müssen.

Der Unterschied zwischen der Integration und der Inklusion

Möglicherweise hat sich Ihnen während des Lesens die Frage danach aufgedrängt, worin sich die Inklusion von der Integration unterscheidet. Denn auf den ersten Blick mag sich hinter beiden Begriffen ein und derselbe Ansatz verstecken. Wirft man jedoch einen besseren und genaueren Blick auf beide Begriffe, stellt man fest, dass sich die beiden Begriffe in fundamentalen Punkten voneinander unterscheiden. Auch, wenn sie ähnlich zu sein scheinen, unterscheiden sie sich in ihrem Ansatz.

IntegrationInklusion
Individuen oder einzelne Gruppen passen sich an das Gesamtsystem an.Eine Veränderung des bestehenden Gesamtsystems sorgt dafür, dass alle Bedürfnisse aller Menschen beachtet werden und somit jeder Mensch gleichberechtigt an der Gesellschaft und Gemeinschaft teilnehmen kann.

Sprich: Unterschiede stellen bei der Inklusion absolut kein Hindernis, sondern eine bereichernde Normalität dar.

Wie sieht Inklusion in der Praxis aus?

Mann im Rollstuhl und Frau steht

Sie wissen nun, was Sie sich unter dem Begriff der Inklusion vorstellen dürfen. Dennoch bleibt an dieser Stelle für viele Menschen die Frage offen, wie Inklusion der Praxis aussieht. Wie setzen Sie die Inklusion um?

Ganz einfach gesagt, bedeutet Inklusion in die Praxis umgesetzt, dass:

  • Kinder mit und Kinder ohne Behinderung gemeinsam in den Kindergarten gehen oder miteinander in der Schule lernen.
  • Menschen mit und Menschen ohne Behinderung gemeinsam einen Arbeitsplatz teilen.  
  • Menschen mit und Menschen ohne Behinderung gemeinsam Freizeitangebote wahrnehmen.
  • Etc.

All diese Aspekte und viele mehr fassen den Begriff der „Inklusion“ zusammen und tragen zu der Umsetzung der Theorie in die Praxis bei.

Zusammen unterschiedlich sein

Die Gesellschaft trägt die wichtige Verantwortung die Umstände, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein unterschiedliches Zusammensein ermöglichen. Dazu gehört unter anderem die äußerst wichtige und leider noch viel zu selten umgesetzte Barrierefreiheit – sowohl in Wohnungen und Häusern, als auch in öffentlichen Gebäuden.

Sprich: Wenn alle Menschen die Möglichkeit haben, gemeinsam zu leben, dieselben Dinge zu erleben und dieselben Orte zu besuchen und Dinge zu erleben, leben wir in einer Welt der Inklusion. – Eine Welt, in der alle Menschen offen für andere Ideen sind und andere Menschen so akzeptieren wie er oder sie ist.

Und an genau dieser Stelle spielt nochmal die Frage danach, was Sie selbst für die Inklusion machen können, eine wichtige Rolle. Seien Sie offen für neue Ideen, lassen Sie sich auf neue Dinge ein, behandeln Sie alle Menschen mit Würde und Respekt und tragen dazu bei, dass die Welt ein Stück gleicher wird, um Unterschiede besser ermöglichen zu können!

Das heißt nicht, dass Sie oder andere Menschen zwingend alle Angebote wahrnehmen können. Doch „Inklusion“ bedeutet, dass sich kein Mensch Gedanken darüber machen muss, ob er mitmachen kann oder darf, sondern sich lediglich die Frage stellen muss, ob er mitmanchen möchte.

Geht nicht gibt’s nicht!

Inklusion in der Praxis bedeutet: „Geht nicht, gibt´s nicht!“

Kein Umstand und keine Situation gestaltet sich so, dass andere Menschen ausgeschlossen werden müssen. Keine Situation rechtfertigt, die Inklusion hinten runterfallen zu lassen und Menschen auszuschließen.

Allerdings kann die Inklusion nur funktionieren, wenn alle Menschen mitmachen und sich jeder Mensch dafür einsetzt, dass alle Menschen an der Gesellschaft teilnehmen und mitmachen können.

Je mehr Sie und alle anderen Menschen der Gesellschaft über die Inklusion wissen und je mehr Sie sich mit ihr auseinandersetzen, umso mehr wird die Theorie zur Praxis.

Der Spruch „Probleme sind dazu da, um gelöst zu werden“ ist an dieser Stelle nur bedingt angebracht. Denn, die Unterschiede unter den einzelnen Menschen stellen an und für sich nicht das Problem dar. Das Problem besteht vielmehr in den Rahmenbedingungen und Umständen der Gesellschaft, die die Inklusion in vielen Bereichen noch nicht umgesetzt hat. Doch das können Sie und all die anderen Menschen der Gesellschaft ändern. Oder besser: Sie können es nicht ändern, sondern Sie haben die Pflicht sich um eine Veränderung zu kümmern und die Inklusion Realität werden zu lassen.

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