Zwei Kinder schauen von oben in die Kamera

Wann ist die schlimmste Phase der Pubertät?

Wie heißt es doch so schön? – Zu Himmel hoch jubelnd, zu Tode betrübt. Und das innerhalb von wenigen Sekunden. Nahezu kein Mensch kann seine Stimmung so schnell ändern wie Kinder, die sich in der Pubertät befinden. Aber, wann ist die schlimmste Phase der Pubertät?

Dass das Kind in der Pubertät verrückt spielt, ist kein Wunder. Wenn die Gefühle Party feiern und verrückt spielen, wissen Kinder oft gar nicht wie ihnen geschieht. Aufgrund der sich verändernden Hormone verändert sich zudem auch der Körper, was für Betroffene oft nicht einfach zu verarbeiten und zu akzeptieren ist.

Immer wieder wird darüber geschrieben wie herausfordernd sich die Phase der Pubertät für die Eltern der Kinder gestaltet. Doch nicht nur für die Eltern, sondern auch – oder, besser gesagt: besonders – für die Kinder stellt die Pubertät eine sehr intensive und teilweise auch unsichere und herausfordernde Zeit dar.

Über die gesamte Pubertät hinweg finden viele körperliche, soziale und auch psychische Veränderungen im Körper der Kinder statt. Die Pubertät bringt nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern an ihre Grenzen. Doch, welches ist die schlimmste Phase?

Der Begriff der Pubertät

Zunächst einmal ist es interessant zu wissen, was überhaupt hinter dem Begriff der Pubertät steckt. Ganz einfach gesagt, bedeutet die Pubertät nichts anderes, als dass aus Kindern Erwachsene werden.

Ein paar interessante Fakten bezüglich dieser Phase, vor der sich alle Eltern fürchten und nach welcher sie drei Kreuze schlagen, wenn sie vorbei ist, sind unter anderem die Folgenden:

  • In der Regel dauert die Phase der Pubertät zwischen drei bis vier Jahre an.
  • Bei Mädchen tritt die Pubertät im Durchschnitt zwischen dem 8. und dem 14. Lebensjahr ein.
  • Jungs kommen oft innerhalb des 10. und 16. Lebensjahres in die Pubertät.

Doch, wieso trägt die Phase den Namen „Pubertät“ und heißt nicht „Hilfe, ich verstehe mein Kind nicht mehr – wer ist dieser Mensch?“. Zunächst einmal, weil das eine ziemlich lange Beschreibung der Phase wäre. Dazu kommt die Tatsache, dass pubertierende Kinder mit ihrem Gefühlschaos vermutlich nicht sonderlich positiv auf diese Bezeichnung reagieren würde.

Wenn Sie nur einmal bedenken, dass es unter Umständen ausreicht Ihr Kind anzusehen oder zu atmen, um einen Wutanfall bei ihm zu provozieren, können Sie in etwa erahnen, zu welch anderen Reaktionen pubertäre Kinder in der Lage sind.

Aus diesem Grund ist es für das Wohl aller Beteiligten das Beste, dass der Begriff „Pubertät“ diese Phase im Leben eines jeden Menschen beschreibt. Seinen Ursprung findet das Wort in dem Lateinischen. Wenngleich viele Menschen behaupten, dass Latein eine „tote Sprache“ sei, verleihen die Gefühlsausbrüche der Kinder der Sprache wieder leben – und zwar auf Hochtouren.

Der lateinische Begriff „pubertas“ bedeutet auf Deutsch übersetzt „Geschlechtsreife“. Die Phase zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Fähigkeit der Fortpflanzung bei jungen Menschen ausbildet. Das heißt, dass sich die sekundären Geschlechtsmerkmale entwickeln. Über diese verfügt der Mensch nicht bereits von Geburt an.

Aber, was hat es mit der schlimmsten Phase auf sich? Wann ist die schlimmste Phase der Pubertät?

Typisch Pubertier!

Kind mit Kappe

Alle Eltern fürchten sie und dennoch kann ihr niemand entkommen – es klingt, wie die Beschreibung eines Horrorfilms, in dem Eltern gemeinsam mit ihren pubertieren Kindern die Hauptrollen besetzen. In der Tat stellt für viele Beteiligten die Phase der Pubertät eine sehr anstrengende Phase dar.

Eltern haben oft das Gefühl, sich am besten in Watte zu packen, um ja keinen falschen Schritt zu machen, ein falsches Wort zu sagen oder eine Sekunde länger auszuatmen, als sonst, was zu einer unvorhersehbaren Reaktion des pubertierenden Kindes führen könnte.

Allerdings müssen Sie auch immer bedenken, dass die Pubertät nicht nur für Ihr Kind, sondern auch für Sie eine sehr anstrengende Zeit darstellt. Sie müssen sich eingestehen, dass Ihr kleines Kind nun kein kleines Kind mehr ist. Während der Pubertät verändert sich nicht nur der Körper Ihres Kindes, sondern auch unter sozialer und emotionaler Sicht betrachtet entwickeln sich die Jungen und Mädchen weiter und werden zu Erwachsenen.

Typisch für Kinder in der Pubertät ist somit unter anderem, dass:

  • Sie sich zunehmenden von der Familie lösen und sich in die Abhängigkeit begeben.
  • Gleichaltrige der Orientierung dienen und Kinder somit deutlich mehr Zeit mit den Gleichaltrigen verbringen.
  • Sich möglicherweise Interessen ändern und neue Interessen zu den alten Interessen hinzufügen.  
JungsMädchen
Jungs wollen sich oft behaupten, sodass es unter ihnen oft zu Machtkämpfen und/oder auch Mutproben kommt.Mädchen interessieren sich während der Pubertät in der Regel besonders stark für Mode und Kosmetik.

Natürlich ist jedes Kind anders und vor allem während der Pubertät findet eine sehr starke Unterscheidung bezüglich der Interessen von Mädchen und Jungs statt. Allerdings heißt das nicht, dass diese Interessen bei allen Kindern gleich stark auftreten. Einige Mädchen interessieren sich somit überhaupt nicht für Schminke, so wie einige Jungs mit Machtkämpfen und Mutproben nichts am Hut haben wollen.

Die verschiedenen Phasen der Pubertät

Nummer "3" an einer Wand

Um nun eine Antwort auf die Frage auf die Frage nach der schlimmsten Phase der Pubertät zu erhalten, ist es interessant, sich erst einmal alle Phasen genauer anzusehen. Denn, in der Tat kommen Kinder nicht einfach in die Pubertät und verlassen sie wieder. Vielmehr verläuft diese Zeitspanne im Leben eines Kindes in Phasen, die sich durchaus voneinander unterscheiden lassen.

Kurz und knapp gesagt, teilt sich die Pubertät in drei Phasen auf:

VorpubertätIn der Regel beginnt sie gegen Ende der Grundschulzeit.
Hochphase der PubertätIn dieser Zeit befindet sich die körperlich-sexuelle und seelische Entwicklung im vollen Gange.
Spätpubertäre PhaseVon dieser Phase ist bei vielen Kindern am dem 16. Lebensjahr die Rede.

Die Vorpubertät

Wie Sie sich aufgrund der einzelnen Phasen bereits denken können, tritt die Pubertät nicht von heute auf morgen auf. Vielmehr schleicht sie sich langsam in das Leben des Kindes und seiner gesamten Familie ein.

Das Gute daran ist jedoch der Umstand, dass Sie und auch Ihr Kind Zeit haben, sich auf die aufregende Phase einzustellen.

Typisch für diese Phase sind unter anderem folgende Merkmale:

  • Anzweifeln der Regeln der Eltern.
  • Bedürfnis danach, vermehrt eigene Entscheidungen zu treffen.
  • Streben nach Unabhängigkeit.
  • Kinder wollen nicht mehr wie Kleinkinder behandelt werden.
  • Eltern stellen einen wichtigen Diskussions- und Ansprechpartner bezüglich Wissensfragen dar.

In der Regel dauert diese Vorpubertät zwischen ein bis zwei Jahre an. Sie stellt den Übergang vom „Kindsein“ zum „Pubertier“ dar. Somit ist sie sowohl mit Momenten des Strebens nach Unabhängigkeit, als auch mit Momenten des Kindseins verbunden.

Junges Kind mit blauer Kappe

Damit können Sie sich schon mal gut auf die späteren Stimmungsschwankungen einstellen, die ausschlaggebend für pubertierende Kinder ist. In einem Moment ziehen sich die Kinder zurück und wollen alleine sein und im nächsten Moment verspüren sie ein Bedürfnis nach Nähe und der Geborgenheit der Familie.

Besonders schön zu beobachten sind in dieser Zeit oft die Kuscheltiere, die auf dem Bett unter dem Poster des angehimmelten Stars sitzen – zwischen Kind und Teenager.

Die Hochphase der Pubertät

Bereits anhand der Bezeichnung dieser Phase können Sie sich bereits denken, dass es sich bei ihr um die wohl schlimmste Phase handelt. Mit dieser Annahme liegen Sie vollkommen richtig und treffen mitten ins Schwarze.

Allgemein gilt die Hochphase der Pubertät als besonders intensive und schwierige Zeit. Typische Merkmale für diese Phase sind dabei unter anderem die Folgenden:

  • Körperliche Veränderungen machen sich langsam sichtbar.
  • Oft verspüren Kinder nun Scham und wollen sich nicht mehr vor Familienmitgliedern umziehen.
  • Das Thema der Sexualität spielt für viele Kinder eine fundamentale Rolle.
  • Kinder verlieben sich, haben unter anderem ihren ersten Liebeskummer und befinden sich allgemein in einer Achterbahn der Gefühle.
  • Wie sehe ich aus? Wie wirke ich auf andere? – zwei Fragen, die diese Phase sehr stark prägen.
  • Oft kämpfen Pubertierende mit Unsicherheit, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln.
  • Stimmungsschwankungen und spontane Gefühlsausbrüche stellen keine Seltenheit dar.
  • Kinder in der Pubertät sind sehr sensibel und leicht verletzbar.
  • Ab und zu kann sich dieses Hormonchaos auch auf die Leistung in der Schule auswirken.
Junger Erwachsener mit Mütze steht vor einer Wand und lacht

Die Rolle der Eltern in dieser Phase stellt sich als sehr komplex heraus. Denn auf der einen Seite brauchen die Teenager ihre Eltern. Doch, auf der anderen Seite stellt die Hochphase auch die Zeit dar, in der die Eltern peinlich werden.

Teenager wollen sich keine Vorschriften mehr machen lassen. Eltern fühlen sich vor den Kopf gestoßen und aus dem Leben des eigenen Kindes ausgeschlossen. Alles gute Zutaten für eine hochexplosive Mischung. Doch, anstatt Benzin in das Feuer zu schütten, sind in dieser Phase vor allem von der elterlichen Seite aus Verständnis, Gelassenheit und Geduld gefragt.

Die Spätpubertäre Phase

Vier junge Erwachsene in der Natur

Oft tritt die spätpubertäre Phase ab dem 16. Lebensjahr des Kindes ein. Sobald ein Kind dieses Alter erreicht, ist das „Schlimmste“ in der Regel vorbei. Sowohl die Jugendlichen als auch die Eltern haben sich an die Veränderungsprozesse gewöhnt. Damit kommen sie auch besser mit ihnen klar und alle Beteiligten haben sich inzwischen in ihre neuen Rollen eingelebt.

Trotzdem kann es in dieser Phase immer wieder zu neuen Diskussionen kommen. Denn die Jugendlichen vertreten immer mehr ihre eigene Meinung und wollen sich immer weniger von ihren Eltern beeinflussen lassen.

Besonders für Eltern stellt diese Phase eine besonders schwere Phase dar. Sie verstehen, dass sich die Kinder von ihnen lösen und ihren eigenen Weg gehen. Das heißt natürlich nicht, dass der Kontakt zwischen Ihnen und Ihrem Kind abspricht. Vielmehr heißt das, dass sich Ihre Beziehung zu Ihrem Kind entwickelt und die Bezeichnung der gegenseitigen Freiheit immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Alles in allem handelt es sich bei der Hochphase der Pubertät somit um die wohl schlimmste Phase der Pubertät. Doch auch die Spätpubertät ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Wenngleich sich Eltern bereits mit der Vorpubertät auf die Veränderungen einstellen können, trifft es sie in der Regel doch recht stark, wenn sie merken, dass ihr Kind sie nicht mehr so braucht wie es einst der Fall war.

Das kleine Baby, das vollkommen abhängig von Mama und Papa war trifft nun seine eigenen Entscheidungen, geht seine eigenen Wege und verlangt nach seiner Freiheit.

Es ist schwer – doch das Loslassen stellt einen sehr wichtigen Prozess im Leben der Eltern dar und geht Hand in Hand mit der Pubertät und dem Streben nach Selbstständigkeit des Kindes.

Woran erkenne ich, dass mein Kind in die Pubertät kommt?

Um nicht von einem Tag auf den anderen von der schlimmsten Phase der Pubertät überrollt zu werden, ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind beobachten und auf bestimmte Anzeichen der Pubertät prüfen. Denn, wie schon gesagt, schleicht sich der Prozess der Pubertät nach und nach in das Leben der Kinder ein. Es gibt keinen Schalter, der sich auf einmal umlegt – diesen Schalter gibt es erst, wenn das Kind bereits in der Pubertät steckt und seine Stimmung innerhalb von Millisekunden ändert.

Anzeichen, die dafürsprechen, dass Ihr Kind in die Pubertät kommt, sind unter anderem die Folgenden:

  • Kinder stellen Regeln der Eltern immer häufiger in Frage.
  • Das Treffen selbstständiger und selbstbestimmter Entscheidungen spielt für die Kinder eine immer wichtigere Rolle.
  • Die Kinder ziehen sich immer mehr in ihr Zimmer zurück und wollen mehr Zeit ohne die Eltern oder andere Familienmitglieder verbringen.
  • Der Kontakt mit Gleichaltrigen wird immer wichtiger und gewinnt somit auch immer mehr an Bedeutung.
  • Nicht selten reagieren Kinder launisch, patzig oder auch leicht aggressiv. Staatsfeind Nummer eins? – Drei Mal dürfen Sie raten – Sie als Eltern.
  • Wachstumsschübe finden statt, die den Körper unter Umständen etwas ungelenk und unproportional aussehen lassen.
  • Durch die Hormonausschüttung bilden sich nicht selten Pickel und oft werden auch die Haare und die Haut fettig.
  • Stimmungsschwankungen kommen immer öfter vor.

All diese Anzeichen deuten darauf hin, dass sich Ihr Kind langsam in die Pubertät begibt und die schlimmste Phase dieser Zeit nicht mehr lange auf sich warten lässt.

So gehen Sie richtig mit einem pubertierenden Kind um

Stein mit Aufschrift "Keep calm"

Die Pubertät stellt eine sehr herausfordernde Zeit dar und bringt nicht nur die betroffenen Kinder, sondern auch ihre Eltern an ihre Grenzen. Umso wichtiger gestaltet sich in diesem Zusammenhang die Frage danach, wie Sie am besten mit pubertierenden Kindern umgehen.

Wie schon gesagt, spielen vor allem Ruhe, Gelassenheit und Verständnis eine fundamentale Rolle in dieser Zeit. Zugegeben – das fällt nicht immer leicht. Doch Vorwürfe, unendliche Diskussionen und Streit bringen weder Sie, noch Ihr pubertäres Kind weiter.

Aus diesem Grund orientieren Sie sich bezüglich des Umgangs mit einem pubertären Kind am besten an den folgenden Hinweisen, Tipps und Tricks:

  • Sprechen Sie Bedenken bezüglich bestimmter Freunde oder auch eines gewissen Kleidungsstils offen aus. Werten Sie dabei nicht, sondern sprechen offen darüber, was Sie bewegt.
  • Vertrauen Sie Ihrem Kind, sagen und zeigen ihm jedoch zu derselben Zeit, dass Sie immer für es da sind, wenn es Sie braucht.
  • Nehmen Sie Ihr Kind so, wie es ist. Sie ziehen sich gerne schick und elegant an? – Schön für Sie. Das heißt aber nicht, dass Ihr Kind denselben Kleidungsstil hat. Sie spielen gerne Geige? – Das ist toll! Allerdings heißt das nicht, dass Ihr Kind Ihre Interessen teilt. Unterstützen Sie Ihr Kind in seinen Interessen und sehen auf jeden davon ab, ihm irgendwas aufzuzwängen.
  • Zeigen Sie klar und deutlich, dass Sie hinter Ihrem Kind stehen. Lassen Sie zu derselben Zeit aber zu, dass es seine eigenen Erfahrungen sammelt.
  • Sie sind das Ventil für die Gefühle Ihres Kindes. Je sicherer und enger Ihre Eltern-Kind-Bindung und somit das Vertrauen in die bedingungslose Liebe ist, umso sicherer fühlt sich Ihr Kind in der Hinsicht von Gefühlsausbrüchen. Es weiß, dass Sie es immer lieben und kann seinen Gefühlen somit freien Lauf lassen. Das ist ein gutes Zeichen und spricht dafür, dass Sie Ihrem Kind immer Ihre bedingungslose vermittelt und gezeigt haben. Nehmen Sie diese Rolle an und seien der sichere Hafen Ihres Kindes in dem Sturm der Gefühle. Seien Sie der Anker, wenn das Schiff Ihres Kindes unter dem Hin und Her zu sinken droht und die Besatzung inzwischen seekrankt ist. Sie dürfen sich mit Ihrem Kind streiten. Pubertäre Kinder müssen sich streiten dürfen. Nehmen Sie bestimmte Dinge, die aus dem Mund Ihres Kindes kommen könnten dabei nicht allzu ernst und vor allem nicht zu persönlich.

Zu guter Letzt ein besonders wichtiger Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Kind nicht nur über die Aufklärung und klären es somit auf, sondern reden Sie auch über Gefühle.

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