Viele Menschen vor einer Haustüö

Wann ist man eine Großfamilie?

Familien sind eine schöne Sache. In einer Familie finden viele Menschen Rückhalt, Liebe und Geborgenheit und somit immer einen Ort, an dem sie sich wohlfühlen und, an welchen sie sich wenden können. Wenn Sie sich den Begriff „Familie“ schon einmal etwas genauer angesehen haben, werden Sie festgestellt haben, dass verschiedene Definitionen für Familien kursieren. Eine Frage, die sich viele Menschen stellen, stellt die Frage danach dar, wann man eine Großfamilie ist.

Denn, unter all den Familienarten, die sich in der Gesellschaft wiederfinden, befindet sich unter anderem die sogenannte Großfamilie. Wie es bei so vielen Dingen der Fall ist, besteht auch bei der Großfamilie die Möglichkeit, den Begriff auf unterschiedliche Weise zu definieren. Aus diesem Grund geht dieser Artikel nun etwas genauer auf die Frage ein, was Sie sich unter Großfamilie überhaupt vorstellen dürfen. Wann ist man eine Großfamilie? Welche Aspekte gehen mit dem Dasein als Großfamilie einher?

Die Definition der Großfamilie

Frau mit Kindern auf einer Couch

Zunächst einmal ist es wichtig, sich einen Überblick über den Begriff „Großfamilie“ zu verschaffen. Fragen Sie verschiedene Menschen aus Ihrem Umfeld, wird Jeder eine andere Definition über die „Großfamilie“ haben. Für einige Menschen ist man eine Großfamilie, wenn sich drei Kinder in der Familie befinden, während andere Menschen erst Familien mit mehr als 5 Kindern als Großfamilie auffassen. In einigen Fällen verstehen Menschen eine Familie sogar erst als Großfamilie, wenn sie sich aus mehr als 3 Generationen zusammensetzt.

Um etwas Klarheit in die Definition bringen zu können, erfahren Sie hier nun, wie sich der Begriff der Großfamilie wirklich definiert.

An dieser Stelle werden Sie sehen, dass selbst die Definition selbst nicht besonders einig über die Definition des Begriffs ist. Denn in der Tat fassen verschiedene Definitionen den Begriff der Großfamilie unterschiedlich auf.

Allgemein kann auf jeden Fall festgehalten werden, dass sich eine Großfamilie aus einer größeren Gruppe von Personen zusammensetzt. Diese Personen sind über drei oder sogar über mehrere Generationen hinweg miteinander verwandt und bilden somit das Konstrukt der Großfamilie.

Im Übrigen kennt der Begriff der Großfamilie auch einige Synonyme. Sie lauten:

  • Clan
  • Sippe

Der Großfamilie gegenüber steht dabei die Kleinfamilie:

GroßfamilieKleinfamilie
Kernfamilie mit zwei bis drei Kindern oder auch Kernfamilie, die mit einer weiteren Generation im Haushalt lebt.Kernfamilie, die nicht mehr als zwei Kinder hat.

Der Begriff selbst führt in die Irre

Familie mit Kindern im Freien

Wie schon gesagt, handelt es sich bei dem Begriff der Großfamilie selbst um einen Begriff, der Menschen nicht selten in die Irre führt. Denn, jeder Mensch definiert den Begriff „groß“ anders und fasst den Begriff der Großfamilie somit jeweils anders auf.

Um nachvollziehen zu können, wie bestimmte Definitionen die Großfamilie definieren, sollten Sie sich zunächst einmal mit einem bestimmten Begriff vertraut machen. Es handelt sich um den Begriff der Kernfamilie. Diese setzt sich in der Regel aus der Mutter, dem Vater und den Kindern zusammen.

Da Sie nun mit diesem Begriff vertraut sind, können Sie besser nachvollziehen, wie der folgende Begriff das Konstrukt der Großfamilie definiert.

Er sieht die Großfamilie nämlich nicht nur in der Kernfamilie – egal, wie viele Kinder sich in ihr befinden. Vielmehr sieht die Definition die Großfamilie wie folgt: Neben der Kernfamilie lebt mindestens eine weitere Generation mit im Haus. So entsteht, der Ihnen mit Sicherheit bekannte Mehrgenerationenhaushalt.

Sprich: Leben Oma und Opa oder auch die Uroma und der Uropa mit im Haus, handelt es sich um eine Großfamilie.

Weitere Definitionen

Kinder liegen an einem Strand

Sie kennen nun die Definition der Großfamilie und können sich nun mehr unter dem Begriff vorstellen. Da Sie nun wissen, wann man eine Großfamilie ist, wissen Sie aber auch, dass viele Menschen – vielleicht auch Sie selbst – den Begriff anders auffassen und somit definieren.

Denn im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen Menschen unter einer Großfamilie nicht unbedingt einen Mehrgenerationenhaushalt, sondern vielmehr eine Familie mit vielen Kindern.

So kommt es durchaus vor, dass Menschen eine Familie mit vier Kindern als Großfamilie bezeichnen und eine Familie mit einem Kind, die mit einer weiteren Generation im Haushalt lebt, nicht als Großfamilie auffasst. Laut der Definition wäre jedoch die Kernfamilie mit nur einem Kind, die gemeinsam mit Oma und Opa in einem Haushalt lebt, dennoch eine Großfamilie.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Verwendungen des Begriffs der Großfamilie informieren. Unter anderem fallen im täglichen Sprachgebrauch die folgenden Familienformen unter die Kategorie der Großfamilie:

  • Mehrkindfamilien, die sich in der Regel aus Mutter, Vater du mindestens drei Kindern zusammensetzen.
  • Kinderreiche Familien, die mindestens vier umfasst.
  • Patchworkfamilien, bei welchen es sich um zusammengesetzte Familien handelt. Zwei Menschen gehen eine Partnerschaft ein und bringen jeweils Kinder mit in diese Partnerschaft. Möglicherweise bekommen sie auch noch eigene Kinder zusammen. So entsteht schnell eine Patchworkamilie mit vielen Kindern.

Wie Sie sehen, handelt es sich bei dem Begriff der Großfamilie um einen sehr großen und dehnbaren Begriff, den Sie unterschiedlich auffassen können. Aus diesem Grund werden Sie von unterschiedlichen Menschen aus Ihrem Umfeld jeweils andere Antworten bekommen, wenn Sie ihnen die Frage stellen, wann man eine Großfamilie ist.

Wie viele Großfamilien leben in Deutschland?

Bevor Sie nun weiterlesen, behalten Sie immer im Hintergrund, dass es sich bei dem Begriff der Großfamilie um einen dehnbaren Begriff handelt. Treffen Sie in den nächsten Abschnitten also auf den Begriff der Großfamilie umfasst dieser all die oben genannten Definitionen und Bezeichnungen, die der tägliche Sprachgebrauch mit dem Begriff verbindet.

In Deutschland stellen Großfamilien eher eine Seltenheit dar. In der Tat fällt auf, dass nur 16 Prozent der Frauen der Geburtsjahrgänge von 1965 bis 1974 drei oder mehr als drei Kinder zur Welt brachten.

Unter diesen 16 Prozent befinden sich nur 4 Prozent, die mehr als drei Kinder haben.

Das bedeutet, dass die meisten Familien in Deutschland ein oder zwei Kinder beinhalten. Eine Studie des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung hat in diesem Zusammenhang einen etwas genaueren Blick auf die Großfamilien geworfen und in diesem Zusammenhang festgestellt, dass sich die Großfamilien vor allem in den folgenden drei Bundesländern befinden:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Bremen

Warum gibt es immer weniger Großfamilien?

In dem Bezug auf die oben genannten Zahlen, drängt sich neben der Frage, wann man eine Großfamilie ist, auch die Frage danach auch, warum es immer weniger Großfamilien gibt?

Denn die Zahlen bestimmter Untersuchungen halten fest, dass die Deutschen heute deutlich weniger Kinder bekommen als vor fünfzig Jahren. Gründe dafür können viele verschiedene sein:

  • Das Bild, das die Gesellschaft von Großfamilien hat. Leider treffen immer mehr Großfamilien auf Kritik – vor allem, wenn die Eltern recht jung sind. Viele Paare fürchten sich davor, was die Gesellschaft denken könnte und entscheiden sich somit gegen eine Großfamilie.
  • Das Bild der Frau befindet sich stark im Wandel. Frauen sind emanzipierter und finden sich somit nicht mehr in der Rolle der Hausfrau und Mutter wieder. Sie arbeiten und verfolgen ihre persönlichen Karrieren. Für viele Frauen lässt sich die Karriere nicht mit mehr als zwei Kindern vereinbaren.
  • Der Lebensstil, der sich mit einer Großfamilie deutlich ändert, spricht nicht alle Menschen an. Denn es ist ein Fakt, dass mehr Kinder selbstverständlich mehr Geld kosten – unabhängig von der Tatsache, dass diese Familien staatliche Unterstützung in der Form von Kindergeld erhalten.

Ganz egal, ob sich Paare dazu entscheiden, wenige oder mehrere Kinder zu bekommen – jedes Paar entscheidet ganz alleine für sich und sollte sich nicht darum sorgen müssen, von der Gesellschaft schief angesehen zu werden. Bei Großfamilien handelt es sich, wie bei Kleinfamilien, um eine Familie, in der vor allem Geborgenheit, Zusammenhalt, Liebe und Sicherheit eine fundamentale Rolle spielen.

Die vorteilhaften und nachteiligen Aspekte einer Großfamilie

Sie wissen nun, wann man eine Großfamilie ist. Vielleicht finden Sie sich sogar in einer der oben genannten Definitionen wieder. Können Sie sich nun auch als Großfamilie bezeichnen? Eine weitere Frage, die Sie sich nun unter Umständen stellen, stellt die Frage nach den Vorteilen und den Nachteilen des Daseins als Großfamilie dar. In der Tat geht das Dasein als Großfamilie sowohl mit positiven als auch mit negativen Aspekten einher. Mehr als negative Aspekte, handelt es sich jedoch um Herausforderungen, welchen sich die betroffenen Familien stellen müssen.

Die Vorteile des Daseins als Großfamilie

Erwachsene mit Kindern in einem Blumenfeld

Das Dasein als Großfamilie stellt für alle Beteiligten eine sehr große Bereicherung dar. In der Tat sind Menschen, die in einer Großfamilie aufwachsen, nie alleine und haben somit immer jemanden, mit dem sie sprechen oder spielen können.

Dieser Umstand wirkt sich natürlich auch sehr gut auf die sozialen Kompetenzen der Kinder aus. Denn, dadurch, dass die Kinder mit vielen anderen Kindern zusammenleben, lernen sie vollkommen natürlich und selbstverständlich, sich selbst zu behaupten, mit anderen auszukommen und sich für sich selbst einzusetzen.

Aber auch die Entwicklung der Empathie erfährt dabei eine sehr gute Unterstützung. Zudem steht bei einer Großfamilie täglich viel auf der To-Do-Liste. Das führt in der Regel dazu, dass jedes Kind mit im Haushalt anpackt und bestimmte Aufgaben übernimmt.

+Dadurch lernen die Kinder nicht nur Verantwortung zu übernehmen, sondern auch Selbstvertrauen aufzubauen. Sicherlich liegt es dabei jedoch in der Verantwortung der Eltern, sicherzustellen, vor allem die größeren Kinder nicht zu sehr zu überlasten.

Es ist die Entscheidung der Eltern eine Großfamilie haben zu wollen – ältere Kinder stellen in diesem Fall keine zweiten Eltern dar und sollten sich nicht von den Eltern in diese Rolle gedrängt fühlen.

Außerdem lernen Kinder am besten von Kindern. Sicherlich haben Sie schon einmal etwas von diesem Umstand gehört. Nicht zuletzt aus diesem Grund spielen Kindergärten und der Kontakt mit anderen Kindern eine so wichtige Rolle im Leben eines Kindes. In Großfamilien lernen alle Kinder voneinander – die Jüngeren von den Älteren und die Älteren von den Jüngeren.

Großfamilien im Alter

Ein weiterer Aspekt, der sich als großer Vorteil bei Großfamilien herausstellt, stellt die Tatsache dar, dass die Kinder auch im Alter füreinander da sind. Leider finden sich in Deutschland immer mehr alte und einsame Menschen wieder, die niemanden mehr haben. Wer in einer Großfamilie aufwächst, hat im Alter in der Regel immer die Geschwister, die gemeinsam Zeit verbringen.

Auch, was den Tod der Eltern angeht, haben die Geschwister einander, um das tragische Erlebnis gemeinsam verarbeiten zu können.

Die Nachteile des Daseins als Großfamilie

Familie im Freien, umgeben von Bäumen.

Wie schon gesagt, geht auch das Dasein als Großfamilie mit einigen Nachteilen einher, mit welchen sich Menschen auseinandersetzen müssen, wenn sie eine Großfamilie bilden.

Zunächst einmal müssen sich Eltern darüber im Klaren sein, dass sie den Kindern selten die ungeteilte Aufmerksamkeit schenken können. Etwas anders verhält sich das mit dem ersten Kind und unter Umständen noch mit dem zweiten Kind.

Während das erste Kind die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kinder erhält und auch Eltern auch beim zweiten Kind durchaus Lösungen finden, um beiden Kindern die Aufmerksamkeit schenken zu können, fällt dies ab dem dritten Kind immer schwerer.

Weitere Herausforderungen für Großfamilien

Zu den oben genannten Punkten gesellen sich weitere Aspekte, die Großfamilien vor eine recht große Herausforderung stellen:

  • Je mehr Kinder in der Großfamilie leben, umso mehr Platz brauchen sie. Mehr Platz geht oft mit höheren Mieten und somit auch mit deutlich mehr Ausgaben einher. In der Gesellschaft, in der Großfamilien eine Seltenheit darstellen, fällt es oft auch nicht leicht, eine Wohnung oder ein Haus zu finden. Viele Vermieter bevorzugen Familien mit wenigen Kindern oder kinderlose Paare.
  • Auch die Kosten für die Lebensmittel oder auch für Flugreisen, Reisen im Allgemeinen, Studium, etc. sehr hoch aus.
  • Für die Eltern meist eine erschwerte Rückkehr in ihren Job. Der Markt entwickelt sich rasant weiter, sodass es nach mehreren Jahren sehr schwerfällt, sich wieder in den Beruf einzufinden und sich somit auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können. Zumal die Vereinigung von Beruf und Familie viele Großfamilien vor eine nicht zu unterschätzende Herausforderung stellt.
  • Mögliche Überforderung der Eltern. Ständig herrscht Trubel und, je nach dem Alter der Kinder, stehen diese vor verschiedenen Problemen und brauchen eine entsprechende Unterstützung durch die Eltern. Für Eltern bedeutet das viel Organisation, Kraft und Nerven. Bei dem Trubel fällt es vielen Eltern schwer, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen.
  • Eltern können nicht allen Kindern gerecht werden. So kann es unter Umständen passieren, dass ein stilles und zurückhaltendes Kind untergeht, während ein lautes Kind die Aufmerksamkeit auf sich zieht oder mit Problemen die meiste Zeit der Eltern für sich beansprucht.

Wie Sie sehen, geht das Dasein als Großfamilie sowohl mit Vor- als auch mit Nachteilen einher. Jede Familie entscheidet ganz alleine für sich, wie viele Kinder sie bekommen möchte.

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