Kind mit Buch in der Hand liest

Wie kann man Lesekompetenz fördern?

Während des Lesens machen sich die buntesten Bilder Platz vor Ihrem inneren Auge. Sie malen sich die Szenen aus, stellen sich die Protagonisten der Geschichte vor und gestalten die Kulisse so, wie es Ihre Phantasie will und wie Sie es aufgrund des geschriebenen Wortes interpretieren. Sicherlich stellt das Ansehen von Filmen eine schöne und beliebte Freizeitbeschäftigung dar, doch nichts ersetzt ein gutes Buch und die Phantasie, die es anregt. Aber, wie kann man Lesekompetenz fördern?

Aufgrund des technischen Fortschritts und der Tatsache, dass sich der Computer und das Telefon immer mehr in der Gesellschaft etabliert haben, lesen viel zu viele Kinder viel zu wenig. Zumindest besagen dies Ergebnisse einer Pisa-Studie, die ihren Schwerpunkt vor allem auf die Lesekompetenz der Kinder gelegt hat.

Doch, was genau müssen Sie sich unter dieser Lesekompetenz vorstellen? Wie kann man Lesekompetenz bei Kindern fördern und sie zum Lesen animieren?

Diese Fragen stellen zwei wichtige Fragen dar, auf die Sie in diesem Artikel eine Antwort erhalten und Kindern somit die Türen zu einer wunderschönen und spannenden Welt öffnen – die Welt des Buches, dass Sie in den Händen halten. Das Buch, dass den typischen Geruch mit sich bringt, wenn Sie die Seiten umblättern und die Bilder, die sich in Ihrem Kopf ausbreiten, wenn Sie Zeile für Zeile lesen.

Was ist Lesekompetenz?

Jungs mit Büchern

Die Pisa-Studie, die festgestellt hat, dass Kinder zu wenig lesen, fand im Jahr 2018 statt. Doch, was genau müssen Sie sich unter der Lesekompetenz vorstellen? Lernen nicht alle Schüler in der Schule lesen? Unter der Lesekompetenz versteht PISA unterschiedliche Fähigkeiten, die sich auf das Lesen des geschriebenen Wortes beziehen.

Um zu wissen, wie man die Lesekompetenz bei Kindern fördern kann, ist es wichtig zu wissen, was die Lesekompetenz überhaupt ist.

Kinder, die über Lesekompetenz verfügen nutzen, bewerten und reflektieren Texte. Sie sind dazu bereit, sich mit dem Inhalt der Texte auseinanderzusetzen, um so:

  • eigene Ziele zu definieren und zu erreichen.
  • Wissen und Potenzial zu entwickeln.
  • an der Gesellschaft teilzunehmen.

Wie Sie also sehen, geht es bei der Lesekompetenz mehr, um das Herunterrattern der Worte. So kann ein Kind Worte vielleicht korrekt vorlesen, wenn es über das grammatikalische Wissen verfügt. Das bedeutet aber nicht, dass es die gelesenen Worte auch in dem Zusammenhang versteht, in dem sie sich im Satz wiederfinden. Somit geht es bei der Lesekompetenz um deutlich mehr, als die korrekte Aussprache der Laute, Buchstaben und Wörter.

Die Wichtigkeit der Lesekompetenz

Zwei Kinder mit Buch

Dass die Lesekompetenz einen fundamentalen Bestandteil der PISA Studie darstellte, basiert auf der Wichtigkeit der damit zusammenhängenden Fähigkeiten. Denn die Lesekompetenz öffnet Kindern später nicht nur viele Türen und fördert Fantasie, sondern bringt auch viele weitere Vorteile mit sich. Denn die Lesekompetenz:

  • Stellt die Voraussetzung für die Medienkompetenz dar.
  • Fördert die Fantasie.
  • Erweitert den Horizont – vor allem, wenn in den Büchern andere Kulturen, Länder und Menschen, sowie geschichtliches Wissen, etc. zur Sprache kommen.
  • Erleichtert den Alltag. Denn sowohl auf Straßenschildern und auch anderen Dingen in der Umgebung finden sich Wörter und auch Sätze wieder.
  • Ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben.
  • Fördert die Empathie.
  • Stellt eine Grundvoraussetzung im Job dar. In jedem Job verlangen Arbeitgeber von ihren Arbeitnehmern, dass sie lesen können.
  • Unterstützt beim gemeinsamen Lesen und Vorlesen die Bindung.

Wieso fehlt es vielen Kindern an Lesekompetenz?

Wie schon erwähnt, kam die PISA Studie zu dem Ergebnis, dass Kinder zu wenig Lesen und folglich auch über eine nicht ausreichende und nicht zufriedenstellende Lesekompetenz verfügen. Zudem bestehen, Untersuchungen zufolge, auch Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen.

MädchenJungen
Circa die Hälfte der Mädchen liest regelmäßig ein Buch.Nut jeder vierte Junge liest regelmäßig Bücher.

Unter allen Jugendlichen gehört für nur circa 22 Prozent das tägliche Lesen eines Buches zum Alltag dazu. 80 Prozent der Jugendlichen lesen gelegentlich ein Buch, legen jedoch keinen Wert darauf, täglich zu lesen. Umso mehr Bedeutung findet die Frage danach, wie man Lesekompetenz fördern kann.

Allerdings greifen die Ergebnisse der PISA Studie tiefer und geben an, dass knapp ein Fünftel der deutschen Teenager nicht oder nur kaum dazu in der Lage ist, Texte zu lesen und anschließend auch zu verstehen. Wieso ist das so?

Gründe für die mangelnde Lesekompetenz bei Kindern gibt es unterschiedliche:

  • Wenngleich Schüler die Lesekompetenz bereits in der Grundschule erlernen sollten, mangelt es an Raum und Zeit. Lehrkräfte können Kindern in der Grundschule das Lesen und die Lesekompetenz nur bedingt beibringen.
  • Der Computer und das Handy dominieren die Gesellschaft und viel zu oft reicht der Griff zu technischen Geräten als zum Buch (bereits im Kinderalter).
  • Familien mangelt es oft an gemeinsamer Zeit, sodass auch das Vorlesen am Abend oder während des Tages viel zu kurz kommt. Fast ein Drittel aller Eltern liest Kindern im Alter zwischen zwei und acht Jahren kaum bis gar nicht mehr vor. Diese Werte basieren auch der Vorlesestudie der Stiftung Lesen. Sie fang gemeinsam mit der „Zeit“ heraus, dass nur 32 Prozent der Eltern ihren Kindern einmal die Woche vorlesen.

So können Sie die Lesekompetenz fördern

Die Frage, die sich nun stellt, stellt die Frage danach dar, wie Sie die Lesekompetenz von Kindern fördern können. Was machen Sie, wenn das Kind augenscheinlich absolut kein Interesse in Bücher zeigt?

Grundsätzlich ist es nie zu spät, um sich damit zu beschäftigen, wie man die Lesekompetenz fördern kann. Bringen Sie in jedem Fall Geduld mit und zwingen Sie Kinder nicht zum Lesen. Leben Sie ihnen vielmehr vor, dass es sich beim Lesen um eine wunderschöne und bereichernde Aktivität handelt. Führen Sie das Lesen nach und nach in den Alltag ein und gewöhnen das Kind somit ganz langsam daran.

Lesen Sie vor

Vater mit Kind und einem Buch

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Kindheit zurück. Sie lagen abends im Bett und Ihre Mutter oder Großmutter, vielleicht aber auch Ihr Vater oder Ihr Großvater lasen Ihnen vor. Während Sie die Augen schlossen, konnten Sie in das Traumland reisen und Ihrer Fantasie den freien Lauf lassen.

Sie müssen nicht lange vorlesen. Ganz nach dem Motto „Qualität statt Quantität“, kommt es nicht auf die Anzahl der Seiten, sondern auf das Erlebnis an und für sich an. Lesen Sie dem Kind regelmäßig vor und etablieren das Vorlesen somit als Routine in den Alltag.

Bereits zwischen 5 bis 10 Minuten pro Tag reichen aus und sind besser, als einmal die Woche 30 Minuten. Nehmen Sie sich während des Vorlesens die folgenden Tipps zu Herzen, gestaltet sich dieses nicht nur als spannendes Ereignis, sondern es fördert auch die Bindung zwischen Ihnen und dem Kind und unterstützt das Kind in seiner Lesekompetenz.

  1. Lassen Sie das Buch von dem Kind aussuchen. Nur, wenn sich das Kind für das Buch interessiert, hört es zu und empfindet das Vorlesen als eine angenehme und schöne Aktivität.
  2. Binden Sie das Kind in die Geschichte ein, indem Sie Fragen stellen. Fragen Sie beispielsweise, wieso der Protagonist etwas bestimmtes gemacht oder gesagt hat. Lassen Sie das Kind mutmaßen, was wohl als nächstes passieren könnte.
  3. Geben Sie dem Kind nicht das Gefühl, dass Sie sich zum Vorlesen gezwungen fühlen. Lesen Sie vor, weil es Ihnen Spaß macht. Indem Sie Spaß an dem Vorlesen haben und dem Kind regelmäßig vorlesen, öffnet sich das Kind sehr viel mehr und empfindet sehr viel mehr Freude an der Geschichte.

Vorlesen kennt kein Alter

Sobald Kinder selbst lesen können, bietet es sich an, sie ebenfalls vorlesen zu lassen. Für diese Zwecke bietet sich das Lesen bestimmter Bücher an, die über viele Bilder und eine überschaubare Menge an Text verfügen.

Allerdings schließt die von Kind erlangte Fähigkeit des Lesens das Vorlesen durch den Erwachsenen nicht aus. Das Vorlesen kennt kein Alter. Auch viele Erwachsene würden sich auch gerne heute noch vorlesen lassen. Hören Sie gerne Hörbücher? Das ist im Grunde genommen nichts anderes, als das Vorlesen.

Alleine diese Tatsache bestätigt die Aussage, dass das Vorlesen kein Alter kennt. Jeder Mensch jeden Alters lässt sich gerne Geschichten vorlesen.

Während des Vorlesens kommen Kinder in den Kontakt mit einer vollkommen anderen Sprache. Das geschrieben Wort unterscheidet sich von der Alltagssprache und fördert das Kind somit besonders gut bezüglich der Lesekompetenz. Denn, wenn man Spaß an dem hat, was man lernen soll, lernt man sehr viel besser, schneller und effektiver.

Nutzen Sie das Angebot einer Bibliothek

Bibliothek

Wo finden Sie Bücher in einer größeren Vielfalt, als in einer gut sortierten Bibliothek? In der Regel verfügt jede Stadt und jede Gemeinde über eine Bibliothek, in der Sie eine große Auswahl an verschiedenen Büchern erhalten.

Die Vorteile der Bibliothek bestehen dabei unter anderem darin, dass:

  • Sie Bücher erst lesen können, bevor Sie sich möglicherweise für den Kauf über den Handel entscheiden, wenn das Buch dem Kind ganz besonders gut gefällt.
  • Kinder und Jugendliche oft eine kostenlose Mitgliedschaft abschließen können oder Bibliotheken die Bücher auf Spendenbasis verleihen. So fallen keine großen Kosten an.
  • Kinder die Bücher direkt in die Hand nehmen und durchblättern können, bevor Sie sich für ein Exemplar entscheiden.
  • nicht nur ein Buch, sondern auch mehrere Bücher ausgeliehen werden können. So können Kinder auch Genres testen, die sie interessieren, von denen sie aber nicht wissen, ob sie ihnen wirklich gefallen.

Übrigens bietet sich für den günstigen Erwerb von Büchern auch ein Gang auf den Flohmarkt an. Dort bieten sehr viele Menschen Bücher an, die sie nicht mehr lesen. Unter Umständen finden sich sogar richtige Schätze in den Bücherkisten wieder.

Vertiefen Sie die Inhalte und fördern die Interessen

Kinder wählen die Bücher, die sie lesen wollen, basierend auf ihren Interessen aus. Merken Sie, dass das Kind ein besonderes Interesse für ein bestimmtes Thema hat, suchen Sie mehr Bücher dazu. Vertiefen Sie das Wissen zusätzlich, indem Sie mit dem Kind ein Museum besuchen, falls es sich für Dinosaurier interessiert. Besuchen Sie einen Pferdehof und lassen sich von dem Pferdewirt mehr über Pferde erzählen, falls Ihr Kind ein besonderes Interesse in Pferde hat. Gehen Sie zu einer alten Burg und nehmen an einer Führung teil und besuchen Sie ein Mittelalter-Fest, um das Interesse in alte Burgen, Ritter und das Mittelalter zu vertiefen.

Gehen Sie gemeinsam auf den Markt oder zu einer Baustelle. Besuchen Sie Ausstellungen, gehen in den Zoo oder machen einen Ausflug in eine Stadt, für die sich das Kind besonders interessiert. Sie genießen sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, um ihr Kind in seinen Interessen zu fördern und das in den Büchern Gelesene zu vertiefen.

Schaffen Sie Möglichkeiten zum Lesen

Etablieren Sie das Lesen als selbstverständlichen Bestandteil Ihres Alltags, indem Sie ihm Raum schaffen. Verdeutlichen Sie, dass Bücher ihren Platz in Ihrem Haushalt haben und somit zur freien Verfügung stehen:

  • Stellen Sie ein Bücherregal in das Kinderzimmer.
  • Bauen Sie ein Bücherregal im Wohnzimmer auf.
  • Schaffen Sie sich interessante Bücher an.
  • Kreieren Sie eine Kuschel-Ecke, in der Sie gemeinsam lesen können. So entsteht nicht der Eindruck, dass es sich beim Lesen um eine isolierende Aktivität handelt.
  • Gestalten Sie in der Weihnachtszeit einen Lese-Adventskalender.

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