Frau umarmt Kind

Was sollen Großeltern nicht tun?

Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von dem Spruch gehört, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind groß zu ziehen. Leider stellt es in der heutigen Gesellschaft nahezu ein Ding der Unmöglichkeit dar, mehrere Bezugspersonen in das Leben eines Kindes zu integrieren. Auf der einen Seite steht in diesem Zusammenhang der Druck und der damit einhergehende Stress der heutigen Gesellschaft. Das führt zu einem großen Zeitmangel und dazu, dass sich Familien untereinander nur sehr selten sehen. Auf der anderen Seite steht die räumliche Distanz, die oft entsteht, wenn Menschen den Job wechseln oder aufgrund des Jobs umziehen müssen. Dennoch sind vor allem die Großeltern sehr wichtige Bezugspersonen im Leben eines Kindes. In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, was Großeltern nicht tun sollen.

Denn, so sehr die Großeltern auch unter die Arme greifen – nicht selten erlauben sie ihren Enkelkindern sehr viel und mischen sich unter Umständen etwas zu sehr in das Familienleben ein. Für Eltern ist es aus diesem Grund wichtig, auf der einen Seite wertzuschätzen, was Großeltern alles machen und wie sehr sie den Alltag erleichtern können. Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig, klare Grenzen zu setzen und sich immer wieder vor Augen zu führen, dass es schlicht und ergreifend ein paar Dinge gibt, die Großeltern meiden sollten.

Darum sind Großeltern so wichtig für Kinder

Mann mit Kind auf dem Arm

Bevor Sie nun mehr darüber erfahren, was Großeltern nicht machen sollten, ist es interessant zu wissen, wieso sie eine so wichtige Rolle im Leben der Kinder spielen. Denn, wie Sie mit Sicherheit wissen, hat jede Medaille zwei Seiten.

Die positive Seite der Medaille bezieht sich auf ein paar ganz fundamentale und nicht von der Hand zu weisende Aspekte. Zunächst einmal sollten Sie sich immer wieder vor Augen führen, dass die Großeltern der Schlüssel zur Familiengeschichte sind.

In einigen Fällen kommen Kinder zwar durchaus in den Genuss auch ihre Urgroßeltern noch kennenzulernen, doch oftmals stellen die Großeltern die ältesten Familienmitglieder dar.

Zudem ergänzen die Großeltern die Erziehung der Eltern und schaffen für die Kinder somit ein rundes und harmonisches Gesamtbild. Natürlich kann nicht immer verallgemeinert werden, doch oftmals:

  • sind die Großeltern nachsichtiger, wenn die Eltern strenger sind. 
  • sind die Großeltern strenger, wenn die Eltern nachsichtiger sind.

Kinder lernen auf diese Weise, dass es durchaus verschiedene Erziehungsstile gibt, wodurch sie sich auch sehr viel besser anpassen können. Streng heißt schließlich nicht schlecht. Wenn Sie sich für die bedürfnisorientierte Erziehung interessieren, können Sie sich einen entsprechenden Artikel dazu durchlesen. Sie werden feststellen, dass es nicht heißt, auf Strenge und klare Regeln verzichten zu müssen.

Dass Großeltern in dem Leben der Kinder eine fundamentale und unersetzbare Rolle spielen, zeigen auch Studien und Untersuchungen. So wurden beispielsweise 630 österreichische Schüler und Schülerinnen befragt. Bei dieser Umfrage kam heraus, dass 70 Prozent der befragten Schüler und Schülerinnen ihre Großeltern als wichtiges Vorbild ansehen.

Kinder brauchen mehrere Bezugspersonen

Mehrer Hände halten sich

Auf keinen Fall ersetzen die Großeltern die Eltern eines Kindes. Dennoch ist es für Kinder fundamental nicht nur eine Bezugsperson zu haben, sondern zu erfahren, dass sie mehreren Personen vertrauen können. Das wirkt sich nicht nur auf die Kinder selbst äußerst positiv aus, sondern nimmt auch den Eltern sehr viel Stress. Bauen die Kinder direkt von Geburt an eine Beziehung zu den Großeltern auf, haben Eltern immer ein Ass im Ärmel, wenn sie auf der Suche nach einem Babysitter sind oder Unterstützung brauchen, weil sie Termine haben oder krank sind.

Durch die Tatsache, dass Kinder weitere Bezugspersonen neben ihren Eltern haben, lernen sie, dass:

  • es Dinge gibt, die Oma und Opa anders machen.
  • Liebe nicht aufgeteilt werden muss, sondern bestenfalls vervielfacht.
  • sie auch Oma und Opa vertrauen können und nicht nur Mama und Papa ihr Vertrauen verdienen.

Großeltern und Kinder brauchen sich Gegenseitig

Ein weiterer Aspekt, denn Sie nicht außen vorlassen sollten, ist die Tatsache, dass nicht nur die Kinder die Oma und den Opa brauchen. Auch die Großeltern profitieren von der Tatsache, dass ihre Enkelkinder einen festen Bestandteil ihres Lebens darstellen.

Wie es bei so vielen Beziehungen der Fall ist, zeichnet sich auch die Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkindern durch ein Geben und Nehmen aus.

GroßelternKinder
Oftmals halten die Kinder die Großeltern jung und fit. Zudem nutzen Großeltern die Enkelkinder oft, um vielleicht Dinge besser zu machen, die sie bei den eigenen Kindern nicht oder in ihren Augen falsch gemacht haben.Kinder finden in den Großeltern weitere Bezugspersonen neben den Eltern. Sie erfahren Zuwendung, Vertrauen und bekommen hier und da unter Umständen ein paar mehr Süßigkeiten und Spielsachen zwischendurch.

Weitere Aspekte, die die Großeltern so wichtig machen

Wenngleich es Einiges gibt, was Oma und Opa nicht tun sollten, zeichnen sie sich oft durch ein paar sehr fundamentale Aspekte aus. Diese Aspekte bereichern das Leben eines Kindes und tragen dazu bei, dass es die besten Rahmenbedingungen genießt, um behütet und mit viel Liebe aufzuwachsen.

Weitere Aspekte, die dafürsprechen, dass Oma und Opa eine so wichtige Rolle im Leben eines Kindes spielen, sind unter anderem die Folgenden:

  • Die Geduld der Großeltern scheint oft kein Limit zu kennen.
  • Oft sind Großeltern dazu bereit, die Eltern zu unterstützen, wo sie nur können. Wie Sie im Abschnitt weiter unten lesen werden, kann das auf der einen Seite ein positiver, auf der anderen Seite aber auch ein negativer Aspekt sein.
  • Großeltern bringen viel Erfahrung mit sich und können somit in bestimmten Situationen beratend beiseite stehen.
  • Für ihre Enkelkinder haben Großeltern in der Regel immer ein offenes Ohr und einen guten Ratschlag.
  • Großeltern verwöhnen ihre Enkelkinder.
  • Durch ihr höheres Alter und ihre damit im Zusammenhang stehende längere Erfahrung, haben Großeltern mehr zu erzählen und können somit auch mit spannenden Geschichten die Zeit vertreiben. Wer kennt sie nicht? – Die Geschichten, die die eigenen Großeltern damals erzählten und die Fotos aus dem Fotoalbum? Diese wundervollen Erinnerungen bleiben für immer!
  • Nicht alle Großeltern können backen und kochen, doch in der Regel zeichnen sich die Großeltern dadurch aus, über die besten Rezepte zu verfügen.

Dinge, die Großeltern nicht tun sollten

Frau mit Kind

Sie haben nun viel darüber erfahren, was für eine wichtige Rolle Großeltern im Leben ihrer Enkelkinder spielen. Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich darüber bewusstwerden, dass es durchaus etwas gibt, was Großeltern nicht tun sollten.

Bestimmt haben Sie auch schon etwas von dem Spruch „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“ gehört.

Oma und Opa wollen in der Regel nur das Beste für ihre Enkelkinder und deren Eltern. Doch Sie müssen sich dabei immer wieder vor Augen führen, dass Großeltern ihre Kinder erzogen haben und es die Aufgabe und das Recht der Eltern ist, ihre eigenen Kinder zu erziehen. Großeltern dürfen helfen und mit Rat und Tat beiseite stehen. Dennoch gibt es durchaus etwas, was Großeltern meiden sollten.

Das Einmischen in die Namenswahl

Viele bunte Zettel mit Namen drauf

Früher war es Tradition, dass vor allem männliche Nachkommen den Namen des Großvaters oder eines Urgroßvaters erhielten. Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei und Eltern genießen die Freiheit, sich den Namen für ihr Kind selbst auszusuchen.

Allerdings sehen das nicht alle Großeltern so. Oft denken Oma und Opa, dass sie das Recht besitzen, sich in die Namenswahl mit einmischen zu dürfen oder den von den Eltern gewählten Namen bewerten und schlechtmachen zu können.

Wie bei der Erziehung gilt auch bei der Namenswahl – Großeltern haben ihren eigenen Kindern ihre Namen gegeben und haben bei Enkelkindern kein Mitspracherecht. Welchen Namen das Kind erhält, entscheiden immer seine Eltern.

Sich nicht an Bitten und Absprachen der Eltern halten

Bezüglich der Erziehung gibt es ein paar Aspekte im Hinterkopf zu behalten. Auf der einen Seite ist es wichtig, dass das Kind lernt, dass es verschiedene Erziehungsmethoden gibt. Auf der anderen Seite sollten sich Oma und Opa nicht einfach so über Bitten und Hinweise der Eltern hinwegsetzen.

Das Argument „Das haben wir früher auch so gemacht!“ ist kein Argument, das Eltern überzeugt und Oma und Opa sollten sich immer daranhalten, was die Eltern praktizieren.

Legen Eltern beispielsweise Wert darauf, dass die Kinder nach einer bestimmten Zeit kein Fernseher mehr gucken oder keine Süßigkeiten mehr essen, sollten sich Großeltern daranhalten. Oma und Opa sollten sich dabei nicht die Freiheit nehmen und Kinder noch bis spät in die Nacht Fernseher gucken oder unendliche Mengen Süßigkeiten essen zu lassen.

Kommentare über das Gewicht machen

Frau und Kind schälen Kartoffeln

Bei Oma und Opa gibt es in der Regel immer sehr viele leckere Dinge zu essen. Das genießen die Kinder in der Regel sehr, doch was sich sehr negativ auf Kinder auswirken kann, sind Kommentare bezüglich des Gewichtes.

In den Augen der Großeltern haben Enkelkinder in der Regel zu wenig Gewicht auf den Rippen, was sich genauso negativ auf das Kind auswirken kann, wie Kommentare, die sich auf zu viel Gewicht beziehen.

Wollen Großeltern ihre Bedenken bezüglich des Gewichtes ihrer Enkelkinder äußern, ist es wichtig, dass sie diese Themen immer in Abwesenheit des Kindes gemacht werden.

Die Eltern in der Anwesenheit der Eltern kritisieren

Die Enkelkinder mögen für Oma und Opa zwar wie Kinder sein, doch sie sind die Kinder ihrer Eltern. Somit stellen die Eltern der Enkelkinder die ersten Ansprechpartner dar. Sie entscheiden, wie sie die Kinder erziehen wollen. Auf keinen Fall sollten Oma und Opa die Eltern der Kinder vor den Kindern kritisieren. Das sorgt dafür, dass die Eltern unter Umständen an Autorität einbüßen. Kinder erfahren, dass sie die Großeltern auf ihrer Seite haben und nutzen das in der Regel schamlos aus.

Natürlich ist es etwas vollkommen anderes, wenn Kinder psychische oder physische Gewalt anwenden. In diesem Fall ist der Einsatz zum Schutz der Kinder Seitens der Großeltern gefragt.

Streit über Traditionen und Konkurrenzkampf unter den Großeltern

Mehrere Menschen stoßen mit Wein in Gläsern an

Feiertrage stellen in der Regel gute Möglichkeiten dar, um etwas Zeit gemeinsam zu verbringen. Nicht selten verbringen Familien Weihnachten oder auch andere Feiertage wie Ostern gemeinsam. Da Enkelkinder zwei Omas und zwei Opas haben, kann es durchaus dazu kommen, dass sich ein Großeltern-Paar vernachlässigt fühlt, wenn die Eltern entscheiden, die Feiertage bei dem anderen Großeltern-Paar zu verbringen.

Es ist wichtig, dass die Großeltern das nicht als Anlass nehmen, um sich zu streiten.

Zu derselben Zeit ist es für Eltern wichtig, die Großeltern zu verstehen und Kompromisse zu finden.

Ein zu starkes Einmischen in den Familienalltag

  • Warum ist das Haus nicht sauber?
  • Ich komme und koche für dich!
  • Morgen helfe ich dir beim Putzen.
  • Ich hole die Kinder heute von der Schule ab.
  • etc.

Oma und Opa wollen in der Regel nur das Beste für ihre Enkelkinder und deren Eltern. Sie wollen unter die Arme greifen und genießen das Gefühl, gebraucht zu werden und wichtig zu sein. Leider kann das aber auch dazu führen, dass es ausartet und, dass sich Großeltern somit zu sehr in das Leben der Eltern und ihrer Kinder einmischen.

Hilfe anzubieten, ist schön und gut. Allerdings sollte sie nicht aufgedrängt werden. Eltern sollten nie das Gefühl vermitteln bekommen, die Hilfe annehmen zu müssen, um die Gefühle von Oma und Opa nicht zu verletzen.

Das trifft auch auf das Einmischen in Hobbys und die Bildung zu. Es stimmt, dass Oma und Opa in der Regel nur das Beste für ihre Enkelkinder wollen. Doch das trifft auch auf die Eltern zu. Das Einmischen Seitens der Großeltern ist somit also etwas, was Oma und Opa meiden sollen.

Ein Lieblings-Enkelkind haben

Älterer Mann sitzt neben einem Kind, das neben ihm steht

Etwas, was Oma und Opa meiden sollen ist: einen Liebling unter den Enkelkindern zu haben. Alle Enkelkinder stehen auf einer Stufe und dürfen auf keinen Fall untereinander verglichen werden. Kinder müssen sich bei Oma und Opa wohlfühlen können.

Dazu gehört vor allem, dass sie nicht in das Konkurrenzdenken gedrängt werden und das Gefühl vermittelt bekommen, sich behaupten zu müssen. Oma und Opa sollten, wie Mama und Papa, ein sicherer Hafen sein.

Enkelkindern Geschichten über die Eltern erzählen

Ältere Frau mit Kind auf dem Schoß

Das Letzte, was Großeltern vermeiden sollten, ist es, ihren Enkelkindern Geschichten über ihre Eltern zu erzählen. Vor allem, wenn ältere Enkelkinder die Großeltern über Jugendsünden ihrer Eltern ausquetschen, um diese unter Umständen zum eigenen Vorteil zu nutzen, sollten Großeltern davon absehen, Geschichten über die Eltern zu erzählen.

Die eigenen Jugendsünden mit den Kindern zu teilen, stellt ein Privileg dar, dass nur für Eltern vorbehalten ist.

Weitere Dinge, die Großeltern nicht tun sollten

Sie haben nun sehr viel darüber erfahren, was Oma und Opa meiden sollten. Neben diesen bereits erwähnten Dingen gibt es noch weitere Sachen, die Großeltern nicht tun sollten:

  • Ein Elternteil der Kinder (oftmals den Schwiegersohn oder die Schwiegertochter) ablehnen und anders behandeln. Kinder merken sowas sofort und verstehen nicht, wieso Papa oder Mama anders behandelt oder nicht von Oma und/oder Opa gemocht werden.
  • Das Kind gezielt gegen ein Elternteil aufhetzen.
  • Nicht akzeptieren, dass das Kind wächst und es immer noch wie ein Kleinkind zu behandeln, wenn es schon groß ist.

Wenn sich Großeltern an diese Aspekte halten, wirkt sich das gut auf die Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkindern, sowie auf die Beziehung zwischen Kindern und Eltern aus.

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